Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 117
DOI: 10.1055/s-0038-1671101
Poster
Donnerstag, 01.11.2018
Operative Gynäkologie, Urogynäkologie III
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Anwendung von Amnionmembran in der Gynäkologie

N Hofmann
1  Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation gGmbH, Hannover, Deutschland
,
K Becke
1  Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation gGmbH, Hannover, Deutschland
,
S Koch
1  Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation gGmbH, Hannover, Deutschland
,
I Wittmershaus
1  Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation gGmbH, Hannover, Deutschland
,
M Börgel
1  Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation gGmbH, Hannover, Deutschland
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
20. September 2018 (online)

 

Die Amnionmembran (AM) ist ein relativ einfach aufgebautes Gewebe, bestehend aus einem Epithel und einem Stroma, das sich leicht gewinnen und gut konservieren lässt. Immuntoleranz, Förderung der Epithelialisierung, antiinflammatorische, antiangiogene, antifibroblastische und antimikrobielle Eigenschaften zeichnen die AM aus. In der Ophthalmologie kommt die AM daher seit vielen Jahren zur Notversorgung des Auges zum Einsatz. Darüber hinaus werden in jüngerer Zeit zunehmend weitere Behandlungsfelder erschlossen.

Im Hinblick auf gynäkologische Anwendungen gibt es hauptsächlich zwei Felder, in denen AM verwendet wird: das Asherman-Syndrom (intrauterine Adhäsionen, IUA) und Vaginoplastiken. Das Prinzip für die Anwendung der AM auf IUA ist die Verwendung eines biologisch aktiven, mechanischen Separators nach hysteroskopischer Adhäsiolyse. Die Berichte zeigen, dass das AM-Transplantat das klinische Ergebnis verbessert. Auch bei verschiedenen Techniken der Vaginoplastik kann die Verwendung von AM als sicheres und einfaches Verfahren mit guten funktionalen Ergebnissen angesehen werden.

Die AM wird im Rahmen einer geplanten Kaiserschnittgeburt mit Zustimmung der Spenderin nach umfassender Spenderanamnese und infektionsdiagnostischer Analyse gewonnen. Sie wird unter Reinraumbedingungen aufbereitet und umfangreichen Qualitätskontrollen (u.a. mikrobiologische Untersuchungen) unterzogen, so dass Infektionen nahezu ausgeschlossen sind. Die ohne Zusätze kryokonservierte AM kann seit Juli 2017 als geprüftes Arzneimittel von der DGFG in verschiedenen Größen für die vorgenannten Anwendungsbereiche bezogen werden.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Wirksamkeit der AM national und international anerkannt ist und in Fachkreisen außer Frage steht. Es liegen viele Berichte vor, deren Ergebnisse zeigen, dass der Einsatz von Amniongewebe im Vergleich zu historisch publizierten Normen mit einem abnehmenden Trend bei den Komplikationsraten sicher ist.