Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 133
DOI: 10.1055/s-0038-1671152
Poster
Donnerstag, 01.11.2018
Pränatal- und Geburtsmedizin V
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Myokardiale Funktion bei Feten mit Lower Urinary Tract Obstruction

O Graupner
1  Frauenklinik und Poliklinik, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München, München, Deutschland
,
C Enzensberger
2  Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort Gießen, Abteilung für Pränatalmedizin, Gießen, Deutschland
,
M Götte
2  Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort Gießen, Abteilung für Pränatalmedizin, Gießen, Deutschland
,
A Wolter
2  Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort Gießen, Abteilung für Pränatalmedizin, Gießen, Deutschland
,
V Müller
2  Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort Gießen, Abteilung für Pränatalmedizin, Gießen, Deutschland
,
R Axt-Fliedner
2  Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort Gießen, Abteilung für Pränatalmedizin, Gießen, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Zielsetzung:

Bei Feten mit Lower Urinary Tract Obstruction (LUTO) kommt es aufgrund von Nierenparenchym-Veränderungen zur Aktivierung des Renin-Angiotensin-Aldosteron (RAAS) Systems mit potenziellem kardialen Remodelling. Ziel der Untersuchung ist es, mögliche Unterschiede in der myokardialen Funktion bei LUTO-Feten im Vergleich zu gesunden Kontrollen während der Schwangerschaft aufzuzeigen.

Materialien:

Es handelt sich um eine retrospektive Studie bestehend aus 23 LUTO-Feten (67 Untersuchungen) und 37 gesunden Kontrollfeten (37 Untersuchungen). Das Gestationsalter war in beiden Gruppen gleichmäßig verteilt. Zum Zeitpunkt der Untersuchung hatten alle LUTO-Feten eine intrauterine Therapie erhalten.

Methoden:

Die systolische Trikuspidal- (TAPSE) und Mitralklappenringauslenkung (MAPSE) wurde mittels M-Mode bestimmt. Die Messung der myokardialen Geschwindigkeiten und Zeitintervalle erfolgte mithilfe des gepulsten Gewebedopplers (PW-TDI). Zudem wurden die E'/A'-Ratio sowie der Myokardiale Performance Index (MPI') für beide Ventrikel bestimmt.

Ergebnisse:

Bei den LUTO-Feten zeigte sich eine signifikant niedrigere MAPSE (4,2 mm vs. 5,5 mm, p = 0,002). Auch die TAPSE zeigte sich bei LUTO-Feten erniedrigt, allerdings ohne statistische Signifikanz (5,9 mm vs. 6,6 mm, p = 0,116). Für die rechtsventrikuläre E'/A' – Ratio ergaben sich signifikant niedrigere Werte im LUTO-Kollektiv verglichen mit den gesunden Kontrollen (0,56 vs. 0,62, p = 0,018). Ebenso konnte ein signifikant niedriger rechtsventrikulärer MPI' bei den LUTO-Feten beobachtet werden (0,52 vs. 0,61, p = 0,013).

Zusammenfassung:

Es konnten Unterschiede in der myokardialen Funktion bei LUTO-Feten im Vergleich zu gesunden Kontrollen nachgewiesen werden. Dies kann als Zeichen eines intrauterin stattfindenden kardialen Remodelling verstanden werden. Eine Bestätigung dieser ersten Resultate sollte anhand von prospektiven Studien mit größeren Fallzahlen bestätigt werden.