Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 135
DOI: 10.1055/s-0038-1671157
Poster
Donnerstag, 01.11.2018
Pränatal- und Geburtsmedizin V
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Bilaterale Ligatur der A. iliaca interna als alleinige Therapie oder in Kombination mit anderen uteruserhaltenden Techniken bei Therapie resistenter postpartaler Blutung

O Güralp
1  Universitätsklinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Klinikum Oldenburg AöR, Fakultät für Medizin und Gesundheitswissenschaften, Universität Oldenburg, Gynäkologie und Geburtshilfe, Oldenburg, Deutschland
,
B Kaya
2  Near East University, Gynäkologie und Geburtshilfe, Mersin, Türkei
3  Gaziantep Geburtsklinik, Gynäkologie und Geburtshilfe, Gaziantep, Türkei
,
K Daglar
3  Gaziantep Geburtsklinik, Gynäkologie und Geburtshilfe, Gaziantep, Türkei
4  Zekai Tahir Burak Lehrkrankenhaus, Gynäkologie und Geburtshilfe, Ankara, Deutschland
,
A Soliman
1  Universitätsklinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Klinikum Oldenburg AöR, Fakultät für Medizin und Gesundheitswissenschaften, Universität Oldenburg, Gynäkologie und Geburtshilfe, Oldenburg, Deutschland
,
E Malik
1  Universitätsklinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Klinikum Oldenburg AöR, Fakultät für Medizin und Gesundheitswissenschaften, Universität Oldenburg, Gynäkologie und Geburtshilfe, Oldenburg, Deutschland
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
20. September 2018 (online)

 

Zielsetzung:

Evaluierung der bilateralen Ligatur der Arteria iliaca interna (BIIAL) nach postpartaler Hämorrhagie (PPH) unterschiedlicher Ursache, als alleinige Therapie oder in Kombination mit anderen uteruserhaltenden Techniken, auch in Bezug auf zukünftige Schwangerschaftsergebnisse.

Materialien:

52 Patientinnen, die zwischen 2009 und 2013 in Gaziantep Geburtsklinik, Türkei nach einer PPH verschiedener Ursache einer BIIAL unterzogen wurden.

Methoden:

Retrospektive Analyse und telefonische Befragung.

Ergebnisse:

Von insgesamt 26 Frauen mit den gegen medizinische Therapie resistenten PPH uterinen Atonien erhielten 12 eine primäre und 14 eine sekundäre BIIAL, aufgrund der anhaltenden Blutungen nach der B-Lynch-Naht oder der Bakri-Ballon-Tamponade. Die Erfolgsrate betrug 91% bzw. 71,4% in der primären und sekundären BIIAL-Gruppe. Die Erfolgsrate von BIIAL bei 12 Frauen mit Plazenta-Adhäsionsanomalien und weiteren 12 mit geburtshilflichem retroperitonealen Hämatom betrug 75% bzw. 83%. Neun Hysterektomien wurden nach Ausfall von BIIAL durchgeführt. Sechzehn Patientinnen entwickelten eine DIC. Zwei mütterliche Todesfälle traten auf.

Wir konnten 26 Patientinnen kontaktieren. 16 der 26 Patientinnen wünschten sich eine weitere Schwangerschaft und alle bis auf eine in der primär mittels BIIAL versorgten Gruppe wurden binnen eines Jahres schwanger.

Zusammenfassung:

Die HE-Rate könnte durch die Hinzunahme von BIIAL verringert werden, sofern die B-Lynch-Kompressionsnaht oder der Bakri-Ballon wirkungslos bleibt. BIIAL kann den Uterus und sogar das Leben der Patientin retten, nicht nur bei uteriner Atonie, sondern auch bei retroperitonealen Hämatomen oder in seltenen Fällen beim Bruch der A. uterina bzw. ihrer Äste. BIIAL wirkt sich nicht auf die Fruchtbarkeit aus, auch wenn die Methode mit anderen uterus-sparenden Techniken wie dem Bakri-Ballon und der B-Lynch-Kompressionsnaht kombiniert wird.