Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 141
DOI: 10.1055/s-0038-1671177
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Donnerstag, 01.11.2018
Pränatal- und Geburtsmedizin VII
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Geburtsangstreduktion durch HypnoBirthing im Vergleich zur konventionellen Geburtsvorbereitung

A Jessen
1  Universität Oldenburg/European Medical School, Humanmedizin, Oldenburg, Deutschland
,
P Papenfuß
1  Universität Oldenburg/European Medical School, Humanmedizin, Oldenburg, Deutschland
,
T Schmidt-Ott
1  Universität Oldenburg/European Medical School, Humanmedizin, Oldenburg, Deutschland
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
20. September 2018 (online)

 

In dieser Studie wurden die angstreduzierende Eigenschaften der HypnoBirthing-Methode im Vergleich zur konventionellen Geburtsvorbereitung untersucht.

Methode:

Es wurde eine quasi-experimentelle Prä-Poststudie mit erstgebärenden Frauen durchgeführt (N = 48). Dabei besuchten 25 Probandinnen einen HypnoBirthing-Kurs (HB), sowie 23 Probandinnen einen konventionellen Geburtsvorbereitungskurs (KG). Die Datenerhebung mittels Fragebögen fand nach der ersten (T1) und nach der letzten Kurseinheit (T2) statt. Hierbei wurde durch die Probandinnen ein Fragebogen zu soziodemografischen, klinischen und psychosozialen Parametern ausgefüllt. Die Variable „Geburtsangst“ (FOC) wurde mittels einer übersetzten Version des Wijma-Delivery-Expectancy Questionnaire (W-DEQ) Version A ermittelt.

Der Zweistichproben T-Test für unabhängige Stichproben wurde angewandt. Anschließend erfolgte in multiplen Regressionsanalysen die Untersuchung der FOC-Differenzen. Die Regressionsmodelle folgten dem nachstehenden Schema: Abhängige Variable = FOC (T2), Unabhängige Variablen = abgeschlossene Kurseinheit (HB oder KG), FOC (T1), Alter und sozioökonomischer Status.

Ergebnisse:

In beiden Gruppen konnte eine Angstreduktion von T1 zu T2 festgestellt werden, in der HB-Gruppe war diese Reduktion stärker. Das Angstlevel zum Zeitpunkt T2 war in der HB-Gruppe niedriger (M = 28,20,± 14,82) im Vergleich zu der klassischen Geburtsvorbereitung (M = 54,41,± 17,24). Dieser Unterschied konnte als signifikant nachgewiesen werden (t(46)= 5,66, p < 0,001).

Die Ergebnisse multipler Regressionsanalysen zeigten, dass die Geburtsangst auch unter Berücksichtigung der Variablen Geburtsangst zum Zeitpunkt T1, Alter und sozioökonomischer Status bei den Frauen signifikant niedriger war, die einen HB-Kurs besucht hatten (β -22,83; CI95% -31,79; -13,88; p < 0,001).

Schlussfolgerung:

HB ist im Vergleich zur klassischen Geburtsvorbereitung mit einem niedrigeren Angstlevel assoziiert. Um eine Empfehlung bezüglich der Anwendung von HB aussprechen zu können, ist eine randomisiert kontrollierte Studie notwendig.