Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 155-156
DOI: 10.1055/s-0038-1671221
Poster
Donnerstag, 01.11.2018
Senologie I
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Veränderung des axillären Managements bei Brustkrebspatientinnen mit 1 – 2 tumorbefallenen Sentinel-Lymphknoten

M Köpke
1  Universitätsfrauenklinik Heidelberg, Heidelberg, Deutschland
,
M Feißt
2  Medizinische Biometrie und Informatik, Heidelberg, Deutschland
,
M Rezai
3  Europäisches Brustzentrum Dr. Mahdi Rezai, Luisenkrankenhaus, Düsseldorf, Deutschland
,
U Nitz
4  Evangelisches Krankenhaus Bethesda, Brustzentrum Niederrhein, Mönchengladbach, Deutschland
,
M Moderow
5  Westdeutsches Brust-Centrum GmbH, Düsseldorf, Deutschland
,
F Riedel
1  Universitätsfrauenklinik Heidelberg, Heidelberg, Deutschland
,
M Golatta
1  Universitätsfrauenklinik Heidelberg, Heidelberg, Deutschland
,
C Sohn
1  Universitätsfrauenklinik Heidelberg, Heidelberg, Deutschland
,
A Schneeweiss
6  Nationales Centrum für Tumorerkrankungen, Heidelberg, Deutschland
,
J Heil
1  Universitätsfrauenklinik Heidelberg, Heidelberg, Deutschland
,
A Hennigs
1  Universitätsfrauenklinik Heidelberg, Heidelberg, Deutschland
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Zielsetzung:

Das Verständnis zu Nutzen einer komplettierenden axillären Lymphonodektomie (cALND) hat sich gewandelt, weg von einem Eingriff zur prognoseverbessernden Reduktion der Tumorlast hin zu einem Staging-Eingriff zur Prognoseeinschätzung.

Zielsetzung unserer Untersuchung war, die Veränderungen im axillären Management bei Patientinnen mit T1 – 2, N0, M0 Tumoren zu betrachten.

Materialien:

Grundlage dieser Untersuchung bildet ein Kollektiv von 188.909 Patientinnen mit primärem Mammakarzinom, die an 179 deutschen Brustkrebszentren von 2008 bis 2015 behandelt wurden.

Methoden:

Eine Time Trend Analyse zur Ermittlung der cALND-Rate wurde bei Patientinnen mit T1 – 2, N0, M0 Tumoren sowie 1 – 2 Sentinel-Lymphknotenmetastasen, die eine brusterhaltende Therapie (BET) und Bestrahlung oder eine Mastektomie erhielten, durchgeführt.

Ergebnisse:

17.857 Patientinnen des Kollektivs hatten ein T1 – 2, N0, M0 Mammakarzinom und 1 – 2 befallene Sentinel-Lymphknoten. Von diesen erhielten 13.741 Patientinnen (77%) eine BET und Bestrahlung und 4.116 Patientinnen (23%) eine Mastektomie.

In beiden Kohorten zeigt sich ein deutlicher Abwärtstrend in der Durchführung einer cALND. Die cALND-Rate verringerte sich bei den Patientinnen mit BET und Bestrahlung von 95% auf 42% und bei Patientinnen mit Mastektomie von 90% auf 55% im Zeitraum von 2008 bis 2015 (p < 0,001).

In der BET-Kohorte wurde bei 3.968 Patientinnen auf eine cALND verzichtet und in der Mastektomie-Kohorte bei 1.074 Patientinnen.

Zusammenfassung:

Unsere Untersuchung konnte einen fortwährenden Trend zum Verzicht auf eine cALND bei Patientinnen mit 1 – 2 befallenen Sentinel-Lymphknoten zeigen, ausgeprägter bei Patientinnen mit BET und Bestrahlung als bei Patientinnen mit Mastektomie. Diese Entwicklung spiegelt die rasche Implementierung neuer Evidenz aus klinischen Studien in den Versorgungsalltag wider.