Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 166
DOI: 10.1055/s-0038-1671251
Poster
Donnerstag, 01.11.2018
Case-Report III
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Rhabdomyolyse unter Therapie mit Palbociclib, Letrozol und Simvastatin – ein Fallbericht

J Weyrich
1  Klinikum rechts der Isar, Frauenklinik, München, Deutschland
,
L Brach
1  Klinikum rechts der Isar, Frauenklinik, München, Deutschland
,
L Gantner
1  Klinikum rechts der Isar, Frauenklinik, München, Deutschland
,
R Heinrich
1  Klinikum rechts der Isar, Frauenklinik, München, Deutschland
,
A Karge
1  Klinikum rechts der Isar, Frauenklinik, München, Deutschland
,
K Niepoth
1  Klinikum rechts der Isar, Frauenklinik, München, Deutschland
,
A Schneider
1  Klinikum rechts der Isar, Frauenklinik, München, Deutschland
,
A Krämer
1  Klinikum rechts der Isar, Frauenklinik, München, Deutschland
,
J Ettl
1  Klinikum rechts der Isar, Frauenklinik, München, Deutschland
› Institutsangaben
Weitere Informationen

Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
20. September 2018 (online)

 

Hintergrund:

Die Therapie mit Letrozol und dem CDK4/6-Inhibitor Palbociclib ist der neue Standard in der Behandlung des HR+ und HER2-, lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinoms. Insgesamt zeigte sich eine hohe Wirksamkeit bezüglich des PFS bei guter Verträglichkeit. Hauptnebenwirkungen von Palbociclib sind v.a. die Neutropenie, Fatigue Gastrointestinalbeschwerden, Infektionen sowie Hautirritationen. Hier berichten wir über einen Fall von einer Medikamenteninteraktion von Palbociclib, Letrozol und Simvastatin, welche zum seltenen und potentiell letal verlaufendem Krankheitsbild der Rhabdomyolyse führte.

Klinischer Fall:

Bei Frau O., einer 66-Jährige Patientin mit einem neu mediastinal, hepatisch metastasierten hormonsensitiven und Her2neu-negativen Mammakarzinom wurde die Indikation zur kombinierten endokrinen Therapie mit Letrozol und Palbociclib gestellt. Nach dem ersten Zyklus Palbociclib stellte sich die Patientin notfallmäßig mit seit einigen Tagen bestehenden Muskelschmerzen vor. Die Diagnose der Rhabdomyolyse wurde bei erhöhten CK-Werten bis 13700 U/l und der klinischen Symptomatik gestellt. Ein akutes Nierenversagen bestand zur Zeit der stationären Aufnahme nicht. Durch das sofortige Absetzen der Medikamente und forcierte Diurese normalisierten sich die CK-Werte und die Beschwerden waren rückläufig.

Fazit:

Durch den seit 2 Jahren zunehmenden Gebrauch von Palbociclib können im klinischen Alltag Medikamenteninteraktionen auftreten, welche bisher in den klinischen Studien nicht erfasst wurden. Durch die CYP3A-inhibitorische Wirkung von Palbociclib muss insbesonders auf eine Interaktion mit CYP3A-abhängigen Substraten geachtet werden. Statine gehören zu der führenden Therapie bei Hyperlipidämie und dienen der Prävention von kardiovaskulären Ereignissen. Der vorliegende Fallbericht zeigt, dass im klinischen Alltag bei der Anwendung von Palbociclib und neu aufgetretenen Symptomen unbedingt eine Medikamenteninteraktion in Betracht gezogen werden muss.