Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 196
DOI: 10.1055/s-0038-1671345
Poster
Freitag, 02.11.2018
Gynäkologische Onkologie VI
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Kombinierte intrakavitäre und interstitielle Brachytherapie mittels Venezia™ Applikator bei Patientinnen mit Zervixkarzinomen: klinische Anwendbarkeit und erste Ergebnisse

F Walter
1  Ludwig Maximilians Universität, Strahlentherapie, München, Deutschland
,
C Maihöfer
1  Ludwig Maximilians Universität, Strahlentherapie, München, Deutschland
,
L Schüttrumpf
1  Ludwig Maximilians Universität, Strahlentherapie, München, Deutschland
,
J Well
1  Ludwig Maximilians Universität, Strahlentherapie, München, Deutschland
,
A Burges
2  Ludwig Maximilians Universität, Gynäkologie, München, Deutschland
,
S Mahner
2  Ludwig Maximilians Universität, Gynäkologie, München, Deutschland
,
C Belka
1  Ludwig Maximilians Universität, Strahlentherapie, München, Deutschland
,
J Gallwas
2  Ludwig Maximilians Universität, Gynäkologie, München, Deutschland
,
S Corradini
1  Ludwig Maximilians Universität, Strahlentherapie, München, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Hintergrund:

Die Brachytherapie ist integraler Bestandteil der Radiochemotherapie bei der Behandlung des lokal fortgeschrittenen und/oder lymphogen metastasierten Zervixkarzinoms (FIGO stage IB2 to stage IV). Durch den Aufbau aus Stift und zwei halbmondförmigen Ovoiden, sowie der standardisierten Option einer Spickung mittels gerader oder schräger Nadeln ermöglicht der Venezia™ Applikator (Elekta, Schweden) eine kombinierte intrakavitäre und interstitelle Dosisapplikation. Wir berichten über erste klinische Erfahrungen mit dem Venezia™ Applikator in unserer Klinik.

Methoden:

Im Zeitraum 03/17 – 02/18 wurde die Brachytherapie bei 10 Patientinnen mittels Venezia™ Applikator durchgeführt. Die Bestrahlungsplanung wurde MRT-gestützt entsprechend der GEC-ESTRO Leitlinien durchgeführt. Die Dosisabdeckung im Zielvolumen (HR-CTV) sowie die Dosisbelastung in 2ccm (D2) der Risikoorgane wurde verglichen mit nachträglich errechneten Standard Plänen (dosiert auf Punkt A ohne Nadeln; pA) und manuell optimierten Plänen ohne Nadeln (no-IN).

Ergebnisse:

Mittels kombinierter intrakavitärer und interstitieller Brachytherapie nach Abschluss der perkutanen Bestrahlung mit 45 Gy konnte im HR-CTV eine mittlere D90 von 90,7 Gy (72,2 – 100,8 Gy) appliziert werden vs. 78,9 Gy (63,4 – 136,4 Gy) mittels Standardplan und 73,9 (64,6 – 95,8 Gy) mittels no-IN Plan (p = 0,008). Die Risikoorganbelastung D2 betrug im Mittel: Blase 79,4 Gy, Rektum 58,7 Gy, Sigma 64,8 Gy und Dünndarm 50,2 Gy vs. 91,8 Gy, 70,2 Gy, 71,9 Gy und 48,0 Gy in pA vs. 79,2 Gy, 64,1 Gy, 61,9 Gy und 47,7 Gy in no-IN.

Diskussion:

Unsere ersten klinischen Erfahrungen mit dem Venezia™ Applikator unter Verwendung einer MRT-basierten Bestrahlungsplanung zeigen eine gute Durchführbarkeit und eine gute Dosisabdeckung im Zielvolumen bei gleichzeitig guter Schonung der Risikoorgane durch die Kombination von intrakavitärer und interstitieller Brachytherapie im Vergleich zu klassischen Punkt-A Plänen und optimierten Ring-Stift Plänen ohne interstitielle Nadeln.