Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 208
DOI: 10.1055/s-0038-1671385
Poster
Freitag, 02.11.2018
Konservative Gynäkologie/Übergreifende Themen II
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Beckenbodenstatus von Patientinnen mit Dammriss III° und IV° 3 Monate post partum

A Heihoff-Klose
1  Universitätsklinikum Leipzig, Leipzig, Deutschland
,
H Müller
2  Universitätsklinikum Leipzig, Geburtsmedizin, Leipzig, Deutschland
,
H Stepan
2  Universitätsklinikum Leipzig, Geburtsmedizin, Leipzig, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Eine erhöhte Prävalenz für anale Inkontinenz konnte in der Kohorte der Frauen, die einen Dammriss III° oder IV° durch eine Geburt erlitten haben, mehrfach nachgewiesen werden. Aber auch das Risiko eine urethrale Inkontinenz, Senkungsbeschwerden oder Sexualbeschwerden zu entwickeln ist erhöht.

Für jede Frau nach genannter Verletzung wurde ein Termin in einer Nachsorgesprechstunde 3 Monate post partum vereinbart. Insgesamt 106 Patientinnen stellten sich zwischen Mai 2015 und Mai 2018 nach DR III° oder IV° in der Sprechstunde vor. Mittels Evaluierung eines validierten Beckenbodenfragebogens für Schwangere und Wöchnerinnen, Perinealsonografie, einer vaginalen und rektalen Untersuchung sowie einer Spekulumeinstellung wurde ein Beckenbodenstatus erhoben.

Mit mehr als 70% ist die Flatusinkontinenz und fast 40% der imperative Stuhldrang im Kollektiv festzustellen. Die verminderte Kontraktionskraft der Beckenbodenmuskulatur konnte bei über 60% nachgewiesen werden. 1/3 der Frauen zeigen klinisch und sonographisch nachweisbare Senkungen sowohl im zentralen als auch hinteren Kompartiment. Fast 60% der Frauen zeigen Schäden im vorderen Kompartiment. Je 1/3 der Frauen beklagen eine urethrale Drang- oder Belastungsinkontinenz.

Insgesamt konnte neben Problemen der analen Inkontinenz auch in unserem Kollektiv eine hohe Prävalenz an Beckenbodendysfunktionen nachgewiesen werden.

Weitere Verlaufskontrollen 1 Jahr post partum sind geplant und werden ausgewertet. Es wird deutlich, dass das Kollektiv dieser Frauen einer Nachsorge bedarf und Therapieangebote wichtig sind, um die Lebensqualität in diesem Bereich weiter zu verbessern.