Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 218
DOI: 10.1055/s-0038-1671415
Poster
Freitag, 02.11.2018
Operative Gynäkologie, Urogynäkologie IV
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Einführung von Simulation der Schlingenexcision unter kolposkopischer Sicht in die Medizinlehre

FZ Takacs
1  Universität des Saarlandes, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Homburg, Deutschland
,
JC Radosa
1  Universität des Saarlandes, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Homburg, Deutschland
,
EF Solomayer
1  Universität des Saarlandes, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Homburg, Deutschland
,
S Findeklee
1  Universität des Saarlandes, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Homburg, Deutschland
,
A Hamza
1  Universität des Saarlandes, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Homburg, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Hintergrund:

Die Einführung von OP-Simulationsübungen ins Medizinstudium kann die Qualität der medizinischen Ausbildung verbessern. Einige Studien haben sich bereits mit der Simulation von Schlingenexzisionen der Transformationszone auch mit Studierenden beschäftigt. Wir haben mithilfe eines selbstgebauten Simulators die Durchführung der Schlingenexzision unter direkter kolposkopischer Sicht durch Studierende untersucht.

Material und Methoden:

Medizinstudent(inn)en erhielten einen theoretischen Kurs über zervikale Dysplasie, Kolposkopie, Elektrochirurgie und über die Exzisionsverfahren. Bei den praktischen Übungen wurden sie aufgefordert, fünf Exzisionen mit einer Tiefe zwischen 8 und 10 mm unter direkter kolposkopischer Sicht auszuführen. Die Dicke der Exzidate und die Zahl der notwendigen Exzisionen wurden erfasst und mittels eines Scoringsystems (1 – 15 Punkte) ausgewertet. Der Kurs wurde mit einem Fragebogen (Likert-Skala) evaluiert.

Ergebnisse:

Im Zeitraum von 16.10.2017 bis 20.12.2017 wurden 32 Studierende rekrutiert. Insgesamt wurden 146 Übungen durchgeführt. Mit der Zahl der Übungen haben die Genauigkeit der Schnitttiefe zugenommen (7,4 mm vs. 8,5 mm) und die Resektatanzahl abgenommen (2,6 vs. 1,3). 25 Studierende haben den Evaluationsbogen ausgefüllt. Die Auswertung der Fragebögen zeigte eine hohe Zufriedenheit. Die Teilnehmenden gaben an, dass ihr Verständnis für Pathomechanismus, Diagnose und Therapie von zervikalen Präkanzerosen verbessert wurde und dass sie mehr Simulationstraining im Studium wünschen.

Fazit:

Die Übung mit dem Simulator hat die Geschicklichkeit der Studierenden beim Umgang mit den Instrumenten und mit dem Kolposkop verbessert. Die praktische medizinische Lehre ist ein sich schnell entwickelndes Feld, das weiter evaluiert, standardisiert und ausgebaut werden sollte.