Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 224-225
DOI: 10.1055/s-0038-1671436
Poster
Freitag, 02.11.2018
Pränatal- und Geburtsmedizin II
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Vergleich der Geburtseinleitung wegen einem frühen vorzeitigen Blasensprung und einem vorzeitigen Blasensprung

A Puhl
1  Klinikverbund Kempten-Oberallgäu gGmbH, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Kempten, Deutschland
,
C Weiss
2  Universitätsmedizin Mannheim, Universität Heidelberg, Medizinische Statistik, Biomathematik und Informationsverarbeitung, Mannheim, Deutschland
,
A Schneid
1  Klinikverbund Kempten-Oberallgäu gGmbH, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Kempten, Deutschland
,
E Zahn
1  Klinikverbund Kempten-Oberallgäu gGmbH, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Kempten, Deutschland
,
K Kraft
3  Universitätsfrauenklinik Ulm, Ulm, Deutschland
,
J Pretscher
4  Universitätsklinikum Erlangen, Frauenklinik, Erlangen, Deutschland
,
F Faschingbauer
4  Universitätsklinikum Erlangen, Frauenklinik, Erlangen, Deutschland
,
MW Beckmann
4  Universitätsklinikum Erlangen, Frauenklinik, Erlangen, Deutschland
,
S Kehl
4  Universitätsklinikum Erlangen, Frauenklinik, Erlangen, Deutschland
› Institutsangaben
Weitere Informationen

Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
20. September 2018 (online)

 

Zielsetzung:

Ein früher vorzeitiger Blasensprung (preterm premature rupture of membranes, PPROM) ist mit einem erhöhten Risiko für Infektionen assoziiert, weshalb gemäß früherer Empfehlungen häufig die Schwangerschaft mittels Geburtseinleitung oder Kaiserschnitt beendet wird. Das Ziel dieser Studie war zu überprüfen, ob eine Geburtseinleitung in dieser Situation sicher oder mit einer erhöhten Kaiserschnitt-Rate verbunden ist.

Material und Methoden:

In diese historische, multizentrische Kohortenstudie wurden Einlingsschwangerschaften mit einem PPROM zwischen 34+0 und 36+6 SSW oder einem vorzeitigen Blasensprung zwischen 37+0 und 37+6 SSW eingeschlossen. Es wurden drei Gruppen (Gruppe 1: 34+0 – 35+6 SSW, Gruppe 2: 36+0 – 36+6 SSW und Gruppe 3: 37+0 – 37+6 SSW) miteinander verglichen. Der primäre Zielparameter war die Kaiserschnitt-Rate. Sekundäre Zielparameter waren unter anderem das Einleitung-Geburt-Intervall, die Rate an vaginalen Geburten innerhalb von 24 und 48 Stunden, der arterielle Nabelschnurblut-pH- und BE-Wert, Infektionen und die Rate an kindlichen Verlegungen.

Ergebnisse:

Es gab keinen Unterschied bezüglich der Kaiserschnitt-Rate zwischen den drei Gruppen (16% versus 7% versus 25%, p = 0,1468). In der Gruppe 1 gab es im Vergleich zur Gruppe 2 weniger vaginale Geburten innerhalb 48 Stunden (88% versus 100%, p = 0,0261) und mehr kindliche Verlegungen in die Kinderklinik als in der Gruppe 2 und Gruppe 3 (91% versus 30% versus 15%, p < 0,0001).

Zusammenfassung:

Die Geburtseinleitung nach einem frühen vorzeitigen Blasensprung ist eine sichere Option und nicht mit einer erhöhten Kaiserschnitt-Rate assoziiert. Dennoch sollte eine Prolongation der Schwangerschaft angestrebt werden, da eine zu frühe Einleitung mit einer höheren Rate an kindlichen Verlegungen in die Kinderklinik verbunden ist.