Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 228-229
DOI: 10.1055/s-0038-1671450
Poster
Freitag, 02.11.2018
Pränatal- und Geburtsmedizin IV
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Fallserie zum Einsatz von Pentalong® in der Behandlung der frühen Wachstumsrestriktion

J Schönleben
1  Universitätsklinikum Jena, Geburtshilfe, Jena, Deutschland
,
E Schleußner
1  Universitätsklinikum Jena, Geburtshilfe, Jena, Deutschland
,
T Groten
1  Universitätsklinikum Jena, Geburtshilfe, Jena, Deutschland
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Zielsetzung:

Eine fetale Wachstumsrestriktion (FWR) besteht bei einem Abdomenumfang (AU) oder Schätzgewicht (SG) < 3. Perzentile oder bei AU oder SG < 10. Perzentile und zusätzlich bestehendem PI > 95% in der Nabelarterie oder den uterinen Arterien (utA). Pentalong® enthält Pentaerytrithyltetranitrat (PETN), ein NO-Donor, der protektiv auf die Endothelzellen wirkt und die Durchblutung verbessert. In einer Pilotstudie mit 111 Patientinnen mit pathologischer uteriner Perfusion zum Zeitpunkt der Feindiagnostik konnte durch die sekundärprophylaktischer Gabe von PETN das Risiko für die Entwicklung einer schweren FWR oder einer Totgeburt um 38% und für Frühgeburtlichkeit < 32 SSW um 70% gesenkt werden. Daten zum therapeutischen Einsatz von PETN zur Behandlung einer bereits bestehenden FWR liegen bisher nicht vor.

Methode:

Wir berichten über 14 Schwangere, die im Zeitraum von 2010 bis 2018 bei Diagnose einer frühen FWR im individuellen Heilversuch mit Pentalong® behandelt wurden. Bei Therapiebeginn waren die Schwangeren im Mittel in der 25,4 SSW [20+4 bis 31+4]und zeigten einen mittleren UtA PI > 95.% (1,77[1,34 – 2,52]).

Ergebnisse:

Es konnte eine durchschnittliche Schwangerschaftsverlängerung um 35 [5 – 102]Tage erzielt werden. 12 Kinder wurden lebend geboren, von diesen lagen nur 5 Kindern im Geburtsgewicht < 3. Perzentile. Das durchschnittliche Reifealter zur Geburt betrug 32,5 SSW [26+5 – 36+2]. Lediglich 3 Frauen entwickelten eine schwere Präeklampsie.

Zusammenfassung:

Ob neben dem prophylaktischen auch der therapeutische Einsatz von PETN bei schon etablierter FWR sinnvoll ist, kann aus den bisherigen Daten dieser Fallserie bisher nicht belegt werden. Die beobachtete Rate von schweren Wachstumsrestriktionen von unter 50% der Lebendgeborenen Kinder weist auf einen möglichen Benefit hin. Die Untersuchung eines Vergleichskollektivs ist vorgesehen.