Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 229-230
DOI: 10.1055/s-0038-1671453
Poster
Freitag, 02.11.2018
Pränatal- und Geburtsmedizin IV
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Untersuchung zu prädiktiven Faktoren für das Auftreten eines höhergradigen Dammrisses

C Schweiger
1  Universitätsklinikum Jena, Klinik für Geburtsmedizin, Jena, Deutschland
,
E Schleußner
1  Universitätsklinikum Jena, Klinik für Geburtsmedizin, Jena, Deutschland
,
T Groten
1  Universitätsklinikum Jena, Klinik für Geburtsmedizin, Jena, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Zielsetzung:

Höhergradige Dammrisse gelten als Qualitätsindikator in der Geburtsmedizin. In Deutschland lag die Inzidenz für Dammrisse III. und IV. Grades im Jahr 2016 bei 1,37%, in Thüringen nur bei 0,72% und in unserer Klinik bei 0,77%. Die maximale Inzidenz der letzten 14 Jahre lag in unserer Klinik bei 1,41% im Jahr 2015 Im Sinne des Qualitätsmanagements untersuchten wir, welche Risikofaktoren für höhergradige Dammverletzungen in unserem Geburtenkollektiv erkennbar sind.

Materialien und Methoden:

Wir führten eine retrospektive Kohortenstudie an 13127 vaginalen Einlingsgeburten, die am Universitätsklinikum Jena in den Jahren 2003 bis 2016 nach abgeschlossener 34. SSW erfolgten, durch.

Ergebnisse:

Im Beobachtungszeitraum zeigt sich eine gemittelte Inzidenz von 1,44% [0,69%-2,40%] aller vaginalen Geburten für das Auftreten eines DRIII/IV. Die betroffenen Geburten wurden häufiger vaginal-operativ beendet (31,8% vs. 8,1%), dauerten länger (10,5h vs. 8,2h) bei häufigeren Episiotomien (36,5% vs. 26,3%), Periduralanästhesien (15,9% vs. 10,4%) und Wehenaugmentation (47,6% vs. 28,8%).

Die betroffenen Patientinnen hatten bei niedrigerer Parität (1,3 vs. 1,7) einen geringeren BMI zu Beginn (22,6 vs. 23,3) und am Ende der Schwangerschaft (28,1 vs. 28,5) bei stärkerer Gewichtszunahme während der Schwangerschaft (15,3 kg vs. 14,5 kg).

Die Kinder lagen häufiger in regelwidrigen Schädellagen (7,9% vs. 3,5%), waren schwerer (3507 g vs. 3407 g), hatten häufiger einen pH-Wert ≤7,10 (12,4% vs. 5,1%), häufiger einen 5-Minuten-APGAR ≤7 (6,3% vs. 3,2%) und wurden häufiger in die Kinderklinik verlegt (11,6% vs. 5,2%).

Schlussfolgerung:

Eine Häufung bekannter Risikofaktoren wie die Assoziation zu vaginal-operativen Entbindungen kann in unserer Analyse bestätigt werden. Darüber hinaus zeigen unsere Daten eine Assoziation mit einem schlechteren perinatalen Outcome.