Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 262
DOI: 10.1055/s-0038-1671557
Poster
Freitag, 02.11.2018
Case-Report IV
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Adenokarzinom und Plattenepithelkarzinom der Zervix in der Schwangerschaft: Zwei Falldarstellungen

M Schild-Suhren
1  Universitätsklinik Oldenburg, Gynäkologie und Geburtshilfe, Oldenburg, Deutschland
,
A Soliman
1  Universitätsklinik Oldenburg, Gynäkologie und Geburtshilfe, Oldenburg, Deutschland
,
E Malik
1  Universitätsklinik Oldenburg, Gynäkologie und Geburtshilfe, Oldenburg, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Zielsetzung:

Beschreibung von Diagnostik und Therapie zweier unterschiedlicher Zervixkarzinome in der Schwangerschaft.

Materialien:

1. Fall: Eine 25-jährige 1. Gravida, Nullipara wird zur Dysplasiesprechstunde in der 14. SSW wegen eines Pap V überwiesen. Bisher keine Vorsorgeuntersuchungen, keine Vorerkrankungen, Nikotinabusus.

2. Fall: Eine 24-jährige Patientin wird wegen eines Dezidualpolypen in der 15. SSW vorgestellt. Kolposkopisch zeigt sich ein Polyp in statu nascendi, die Portio ist gut einsehbar und unauffällig. Der entnommene Abstrich zeigt einen Pap IIg, HPV negativ. Bei der Kontrolle in der 27. SSW dann Probeentnahme wegen Größenzunahme.

Methoden:

1. Fall: Kolposkopie: Es zeigt sich eine T1-Zone mit Major lesion über 4 Quadranten, Gefäßabbrüchen und Exulzeration.

2. Fall: Kolposkopie: Polypöser exophytischer Tumor. Vordere und hintere Muttermundslippe gut einsehbar. Keine Essigreaktion.

Bei beiden Patientinnen wurde ein MRT durchgeführt. Beide erhielten eine Lungenreifeinduktion.

Ergebnisse:

Im ersten Fall zeigte sich histologisch ein Plattenepithelkarzinom. Hier wurde zunächst eine LEEP Exzision und dann eine pelvine Lymphonodektomie pelviskopisch durchgeführt. Es erfolgte dann die Chemotherapie mit Cisplatin. Die Entbindung erfolgte in der 36. SSW mit Entwicklung eines gesunden Jungens zeitgleich mit der radikalen Hysterektomie.

Im zweiten Fall zeigte sich ein Adenokarzinom, in der endgültigen Histologie mit klarzelligem Anteil. Hier wurde aufgrund von fortgeschrittener Schwangerschaft auf die Lymphonodektomie verzichtet, 1 Zyklus Cisplatin verabreicht und dann die Entbindung in der 34. SSW mit radikaler Hysterektomie und Lymphonodektomie durchgeführt, da es unter der Chemotherapie zur Progredienz kam. Es wurde ein gesundes Mädchen entbunden.

Zusammenfassung:

Zervixkarzinome in der Schwangerschaft sind selten und erfordern ein individuelles Vorgehen, was anhand dieser Fälle eindrücklich beschrieben wird.