Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 263
DOI: 10.1055/s-0038-1671560
Poster
Freitag, 02.11.2018
Case-Report IV
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Case-Report: Extrauterine Disklokation eines Intrauterinpessars – Lost IUD

M Schubert
1  Charité Mitte, Charité Centrum Frauen-, Kinder- & Jugendmedizin mit Perinatalzentrum & Humangenetik CC 17 Klinik für Gynäkologie mit Brustzentrum der Charité, Berlin, Deutschland
,
JU Blohmer
1  Charité Mitte, Charité Centrum Frauen-, Kinder- & Jugendmedizin mit Perinatalzentrum & Humangenetik CC 17 Klinik für Gynäkologie mit Brustzentrum der Charité, Berlin, Deutschland
,
M Lanowska
1  Charité Mitte, Charité Centrum Frauen-, Kinder- & Jugendmedizin mit Perinatalzentrum & Humangenetik CC 17 Klinik für Gynäkologie mit Brustzentrum der Charité, Berlin, Deutschland
,
J Vasiljeva
1  Charité Mitte, Charité Centrum Frauen-, Kinder- & Jugendmedizin mit Perinatalzentrum & Humangenetik CC 17 Klinik für Gynäkologie mit Brustzentrum der Charité, Berlin, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Zielsetzung:

Das Intrauterinpessar (IUP) dient der reversiblen Verhütungsmethode bei weltweit über 100 Millionen Frauen. Man unterscheidet die kupferhaltige Spirale/Kupferkette von der Levonorgestrel-haltigen Hormonspirale.

Materialien:

Eine 27-jährige 0 Gravida wurde im März 2018 wegen beginnender Unterbauchschmerzen und Lost IUP zur stationären Behandlung zu uns überwiesen. Die gynäkologische Anamnese der Patientin war leer. Bei Wunsch nach Verhütung war im Dezember 2017 extern die Kupferkette (GyneFix®) eingesetzt worden.

Methoden:

Bei sonographisch nicht mehr intrauterin darstellbarem IUP wurde bei der Patientin bereits eine Röntgen Abdomen Aufnahme durchgeführt, bei der sich die Kupferkette an der oberen Kante des Os ileum rechts projizierte.

Ergebnisse:

Es erfolgten eine diagnostische Hysteroskopie, bei der sich ein leicht ausgeprägter Uterus arcuatus zeigte, und eine anschließende laparoskopische Entfernung des GyneFix® aus dem Omentum majus. Weder hysteroskopisch noch laparoskopisch zeigte sich eine Läsion an der Gebärmutterwand.

Zusammenfassung:

Die regelmäßige Lagekontrolle nach der Einlage eines IUPs ist von großer Bedeutung und per Ultraschalldiagnostik kostengünstig und effizient durchzuführen. Lässt sich hier intracavitär kein IUP darstellen und ist ein Abgang unwahrscheinlich, so ist die abdominelle Röntgenübersichtaufnahme oder das MRT der nächste diagnostische Schritt. Zu den häufigsten Komplikationen des IUPs zählen die Dislokation mit einhergehenden, aszendierenden Entzündungen, Dysmennorrhoe und ungewollte intra-/extracavitäre Schwangerschaft. Die extrauterine Dislokation eines IUPs wird in der Literatur mit 0,2 – 1,6/1000 beschrieben und kann bis hin zum akuten Abdomen mit weiteren Organperforationen führen. Nach Feststellung eines extrauterinen IUPs ist laut WHO die operative Entfernung empfohlen. Es ist von großer Wichtigkeit Patientinnen ausführlichst über mögliche Komplikationen und deren oft unspezifischen Symptome aufzuklären.