Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 268
DOI: 10.1055/s-0038-1671576
Poster
Freitag, 02.11.2018
Case-Report VI
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Sekundäres (Radiotherapie-assoziiertes) Angiosarkom der Mamma

F Winterholler
1  Klinikum Nürnberg, Paracelsus Medizinische Privatuniversität, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Nürnberg, Deutschland
,
S Linsenbühler
1  Klinikum Nürnberg, Paracelsus Medizinische Privatuniversität, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Nürnberg, Deutschland
,
C Brucker
1  Klinikum Nürnberg, Paracelsus Medizinische Privatuniversität, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Nürnberg, Deutschland
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
20. September 2018 (online)

 

Einleitung:

Das Radiotherapie-assoziierte Angiosarkom der Mamma tritt mit einer Inzidenz von 3,2:1000 nach im Mittel 15 Jahren auf. Aufgrund seiner hohen Aggressivität liegt die 5 Jahres-Überlebensrate bei ca. 15%.

Verlauf:

Die 74-jährige Patientin stellte sich im Zustand nach brusterhaltender Operation, mit anschließender Radiatio und Tamoxifen Gabe für 5 Jahre bei Hormonrezeptor positivem Mammakarzinom rechts vor 14 Jahren mit einer seit vier Monaten blutigen Mamille der ipsilateralen Mamma, vor. Sonografisch zeigte sich eine suspekte retromamilläre Raumforderung, welche biopsiert wurde. Das Biopsat war benigne. Jedoch wurde aufgrund des Leidensdruckes und der anhaltenden Blutung die erneute brusterhaltende Operation mit der Patientin besprochen und komplikationslos durchgeführt. Im Exzidat zeigte sich ein 24 mm großes Angiosarkom. CT-grafisch konnten Metastasen ausgeschlossen werden.

Aufgrund des Patientenalters wurde eine engmaschige Kontrolle (klinisch sowie HR-CT der Lunge) vereinbart und auf eine adjuvante Chemotherapie verzichtet.

Die Verlaufskontrollen sind seit acht Monaten unauffällig.

Diskussion:

Das Radiotherapie-induzierte Angiosarkom der Mamma ist eine seltene, jedoch eine sehr aggressive Form der Langzeitkomplikation einer Radiatio nach brusterhaltender Therapie mit einer niedrigen 5 Jahres-Überlebensrate. Die Therapiemöglichkeiten sind sehr begrenzt und es gibt keine Evidenz-basierte Therapie. Man neigt zur sekundären Mastektomie, von welcher in diesem Fall aufgrund des histologisch gut abgrenzbaren Tumors und der großen (> 5 mm) Sicherheitsabstände abgesehen wurde. Staginguntersuchungen mittels CT-Thorax und CT-Abdomen sind empfohlen. Die weitere Versorgung sollte mit den Betroffenen individuell und in spezialisierten Zentren entschieden werden.