Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 278
DOI: 10.1055/s-0038-1671606
Freie Vorträge
Donnerstag, 01.11.2018
Abklärungskolposkopie im Wandel?
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

OP-Simulation: Excision der Transformationszone unter kolposkopischer Sicht

FZ Takacs
1  Universität des Saarlandes, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Homburg, Deutschland
,
JC Radosa
1  Universität des Saarlandes, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Homburg, Deutschland
,
S Findeklee
1  Universität des Saarlandes, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Homburg, Deutschland
,
A Hamza
1  Universität des Saarlandes, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Homburg, Deutschland
,
EF Solomayer
1  Universität des Saarlandes, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Homburg, Deutschland
› Author Affiliations
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Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Hintergrund:

Die Exzision der Transformationszone mit der elektrischen Schlinge ist einer der häufigsten gynäkologischen Operationen. Unser Ziel war festzustellen, ob eine Simulation die Präzision der Durchführung verbessert-und wenn ja, wie viele Wiederholungen bis zur sicheren Durchführung notwendig sind.

Material und Methoden:

Die Aufgabe beim Simulationstraining war es, eine Exzision mit einer Tiefe zwischen 8 und 10 mm unter direkter kolposkopischer Sicht auf einem selbstgebauten Simulator durchzuführen. In unserem Modell wurden die Portio durch eine Wurst und der Zervikalkanal durch in die Wurst eingespritzte Farbe simuliert. Um die nötige Tiefe zu erreichen, waren teilweise mehrere Schnitte notwendig. Die Übung wurde zehnmal wiederholt. Die Dicke der Exzidate und die Zahl der notwendigen Exzisionen wurden mithilfe eines Scoringsystems (1 – 15 Punkte) ausgewertet.

Ergebnisse:

17 Ärztinnen/Ärzte haben teilgenommen (5 erfahrene, 12 unerfahrene). Insgesamt wurden 170 Übungen durchgeführt. Die Lernkurve der unerfahrenen war anfangs niedriger, erreichte nach 5 – 6 Wiederholungen ein Plateau, wohingegen sich in der erfahrenen Gruppe durchgehend eine hohe Präzision zeigte. Der Score der Unerfahrenen war in den ersten 5 Übungen niedriger (Score 11,65 vs. 13,88 p = 0,01), jedoch in der zweiten Hälfte identisch mit dem der Erfahrenen (Score 13,08 vs. 13,72 p = 0,194).

Fazit:

Die Übung mit dem Simulator hat die Geschicklichkeit der unerfahrenen Ärztinnen/Ärzte signifikant verbessert. Nach 5 Übungsschnitten konnten die unerfahrenen Ärztinnen/Ärzte die weiteren Schnitten mit einer hohen Genauigkeit durchführen. Die Integrierung von Simulationsübungen in die Facharztweiterbildung könnte mit wenig Aufwand zur höheren Qualität der Schlingenexzisionen und damit zur Verbesserung der Patientinnensicherheit beitragen.