Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 278
DOI: 10.1055/s-0038-1671608
Freie Vorträge
Donnerstag, 01.11.2018
Benigne Brusterkrankungen
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Neoadjuvante Chemotherapie (NACT) beim frühen Mammakarzinom: retrospektive Analyse von 346 Fällen bezüglich pathologischer Komplettremission (pCR)

B Ritter
1  Robert-Bosch-Krankenhaus Stuttgart, Gynäkologie und Geburtshilfe, Stuttgart, Deutschland
,
L Pfaff
1  Robert-Bosch-Krankenhaus Stuttgart, Gynäkologie und Geburtshilfe, Stuttgart, Deutschland
,
G Sauer
1  Robert-Bosch-Krankenhaus Stuttgart, Gynäkologie und Geburtshilfe, Stuttgart, Deutschland
,
G Ott
2  Robert-Bosch-Krankenhaus Stuttgart, Pathologie, Stuttgart, Deutschland
,
WE Aulitzky
3  Robert-Bosch-Krankenhaus Stuttgart, Hamatologie und Onkologie, Stuttgart, Deutschland
,
A Gerteis
1  Robert-Bosch-Krankenhaus Stuttgart, Gynäkologie und Geburtshilfe, Stuttgart, Deutschland
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Weitere Informationen

Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
20. September 2018 (online)

 

Zielsetzung:

Die pathologische Komplettremission (pCR) nach neoadjuvanter Chemotherapie (NACT) stellt einen Surrogatmarker für die Prognose beim Mammakarzinom dar. Im Rahmen der Analyse wurde die Therapieeffektivität unterschiedlicher, leitliniengerechter Therapieprotokolle anhand der pCR-Raten untersucht.

Material und Methoden:

Es erfolgte eine retrospektive Datenanalyse von 346 Patientinnen, die zwischen 2011 und 2017 eine (NACT) am Brustzentrum Robert-Bosch Krankenhaus (RBK) oder dessen Kooperationspartnern erhielten. Die Datenerhebung erfolgte nach Subtypen.

Ergebnisse:

Die Subgruppenverteilung stellte sich wie folgt dar: HR+ HER-(32%), HR+/- HER+(34%) und HR- HER- (34%). Es zeigte sich – über alle Subgruppen hinweg – eine pCR-Rate (ypT0/is, ypN0) von 36%. Abhängig vom klinischen Subtyp wurden pCR-Raten von 46% bei HR- HER-, 61% bei HR- HER+, 38% bei HR+ HER+ und 14% bei HR+ HER- erreicht. Der Vergleich unterschiedlicher Taxanwirkstoffe (Paclitaxel vs. Docetaxel) zeigte bei den HR+ HER+ eine auffallend höhere pCR-Rate bei Gabe von Paclitaxel (53% vs. 23%). Der Vergleich von dosisdichten mit konventionellen Therapieprotokollen zeigte bei den HR+ HER- (14% vs. 14%) keine, bei HR- HER- (41% vs. 55%) eine auffällige Differenz im Hinblick auf die pCR.

Zusammenfassung:

Die Verteilung der Subtypen entspricht den Daten der Literatur. Bei HR-negativen Subtypen werden höhere pCR-Raten erreicht, als bei den HR-positiven Subtypen. Möglicherweise sind bei HR+ HER+ Tumoren mit Paclitaxel im Vergleich zu Docetaxel höhere pCR-Raten erreichbar. Bei HR- HER- Tumoren ist in unserem Kollektiv kein zusätzlicher Benefit durch die Verabreichung platinhaltiger Regime erkennbar, das anthrazyklinfreie, platinhaltige Regime erscheint äquieffektiv. Insgesamt sind die im klinischen Alltag erreichbaren pCR Raten mit den Ergebnissen in der Literatur vergleichbar.