Geburtshilfe Frauenheilkd 2019; 79(02): 209
DOI: 10.1055/s-0039-1678371
Kurzvorträge 2: Psychosomatische Geburtshilfe, Trauma – Migration – Intervention
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Achtsamkeitsintervention zur Reduktion psychischer Belastung und Ängsten bei stationären Schwangeren: eine Pilotstudie des Mind : Pregnancy-Projektes

C Schiele
1   Frauenklinik, Universitätsklinikum Heidelberg
,
L Matthies
1   Frauenklinik, Universitätsklinikum Heidelberg
,
S Wallwiener
1   Frauenklinik, Universitätsklinikum Heidelberg
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
18. Februar 2019 (online)

 

Einleitung Depressive Störungen und Angsterkrankungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen in der Schwangerschaft und haben einen negativen Einfluss auf das peripartale Outcome von Mutter und Kind. Achtsamkeitsbasierte Interventionen reduzieren wirkungsvoll Depressions- und Angstsymptomatik und könnten auch in der Schwangerschaft einen nebenwirkungsarmen, kostengünstigen und niederschwelligen Therapieansatz darstellen. Diese Pilotstudie des Mind : Pregnancy-Projektes untersucht, ob durch eine elektronische achtsamkeitsbasierte Intervention (electronic Mindfulness Based Intervention = eMBI) Depressions- und Angstsymptomatik in der Schwangerschaft reduziert und die fetale Bindung gefördert werden kann. Weitere Ziele sind die Evaluation von Usability und Akzeptanz der eMBI sowie die Erfassung der Prävalenz von Angstsymptomatik und depressiver Störungen im stationären Kollektiv.

Methodik 60 stationäre Schwangere erhalten bis einen Tag nach stationärer Aufnahme Zugang zur eMBI. Die eMBI besteht aus etablierten verhaltenstherapeutischen Fertigkeiten und psychoedukativen Inhalten und leitet zu einem selbstwirksamen Umgang mit depressiven Symptomen und Ängsten an. Dabei werden jeweils an Tag 1, Tag 3 und Tag 5 nach Studieneinschluss ca. 45-minütige Sitzungen absolviert. An Tag 1 sowie an Tag 7 werden maternale schwangerschaftsspezifische Ängste (Pregnancy-Related Anxiety Questionnaire), generelle Angstsymptome (State-Trait-Anxiety Questionnaire), depressive Symptome (Edinburgh Perinatal Depression Scale) und die fetomaternale Bindung (Maternal-Fetal Attachment Scale) erfasst. Zur Erfassung der Usability und Akzeptanz wird nach der ersten Sitzung ein semistrukturiertes Interview geführt.

Ergebnisse Erste Ergebnisse der Studie sind bis März 2019 zu erwarten und werden im Rahmen des Kongresses vorgestellt.