Tierarztl Prax Ausg K Kleintiere Heimtiere 2019; 47(02): 139
DOI: 10.1055/s-0039-1679120
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Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Pharmakokinetik des Faktor-Xa-Hemmers Apixaban nach oraler Einmalapplikation bei der Katze

M Wroblewski
1  Klinik für Kleintiere, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
,
I Birschmann
2  Institut für Laboratoriums- und Transfusionsmedizin, Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen, Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum
,
M Kietzmann
3  Institut für Pharmakologie, Toxikologie und Pharmazie, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
,
R Mischke
1  Klinik für Kleintiere, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
› Author Affiliations
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Publication History

Publication Date:
23 April 2019 (online)

 

Hintergrund und Ziel:

Der selektive Faktor-Xa-Hemmer Apixaban findet in der Thromboseprophylaxe beim Menschen aufgrund seiner einfachen oralen Applizierbarkeit sowie einer voraussagbaren Pharmakodynamik und -kinetik zunehmend klinische Anwendung. Zum Einsatz bei der Katze liegen bisher kaum Daten vor. Ziel dieser Studie war deshalb die Untersuchung der pharmakokinetischen Effekte einer oralen Einmalapplikation von Apixaban bei dieser Tierart.

Methodik:

In der Studie wurde gesunden Katzen Apixaban einmalig oral in verschiedenen Dosierungen (pro Katze) verabreicht: 0,625 mg (n = 6), 1,25 mg (n = 6) oder 2,5 mg (n = 7). Für die Applikation des Apixabans wurden kommerziell erhältliche Tabletten verwendet. Es erfolgten Blutprobenentnahmen vor (Zeitpunkt 0) sowie 1, 2, 3, 4, 5, 6, 8, 10 und 12 Stunden (h) nach Medikamentenapplikation. Die Messung der Apixaban-Plasmaspiegel erfolgte mittels Anti-Faktor-Xa-Aktivitätsbestimmung sowie Flüssigchromatografie-Tandem-Massenspektrometrie (LC-MS/MS).

Ergebnisse:

Die untersuchten Dosierungen des Apixabans wurden von den Tieren gut vertragen. Es traten keine schwerwiegenden Blutungsereignisse oder andere unerwünschte Wirkungen auf. Maximale mediane Anti-Faktor-Xa-Plasmaspiegel nach Applikation von 0,625, 1,25 oder 2,5 mg/Tier von 365 ng/ml (249–540 ng/ml, Minimum-Maximum), 638 ng/ml (236–805 ng/ml) und 738 ng/ml (425–1356 ng/ml) wurden im Median nach 2,5–3,0h erreicht. Die kalkulierten terminalen Halbwertszeiten lagen im Median zwischen 3,7 und 4,2h. Zwölf Stunden nach Apixabanapplikation waren noch mediane Anti-Xa-Aktivitäten von 68 ng/ml (0,625 mg), 151 ng/ml (1,25 mg) und 124 ng/ml (2,5 mg) messbar. Die mit LC-MS/MS gemessenen Werte korrelierten gut mit den Anti-Faktor-Xa-Spiegeln (Spearman-Korrelationskoeffizient 0,96).

Schlussfolgerung:

Die gute Verträglichkeit auch höherer Dosierungen muss bei wiederholter Gabe bestätigt werden. Die Daten liefern eine Grundlage zur Etablierung von Apixaban-Dosierungsschemata für die Katze.