Zeitschrift für Phytotherapie 2019; 40(S 01): S39
DOI: 10.1055/s-0039-1697322
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Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Baldrianwurzel – Auf der Suche nach dem Schlaflignan

J Sendker
1   Universität Münster, PharmaCampus, Münster, Deutschland
,
M Lechtenberg
1   Universität Münster, PharmaCampus, Münster, Deutschland
,
A Hensel
1   Universität Münster, PharmaCampus, Münster, Deutschland
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Publication Date:
09 September 2019 (online)

 

Baldrianwurzelextrakte (Valeriana officinalis L.) werden traditionell bei nervösen Unruhezuständen und Schlafstörungen eingesetzt. Als Beitrag zur bis heute nicht befriedigend geklärten Frage nach den Wirkstoffen sind einige aus Baldrianwurzel isolierte Lignane auf Wechselwirkungen mit verschiedenen Rezeptoren untersucht worden, die im zentralen Nervensystem eine schlafanstoßende Wirkung erklären könnten. Für eines dieser Lignane, das strukturell ungewöhnliche 4′-O-β-d-glucosyl-9-O-(6″-deoxysaccharosyl)olivil, wurde eine partiell agonistische Wirkung am Adenosinrezeptor A1 beschrieben, mit der die Wirksamkeit von Baldrianextrakten potenziell erklärt werden könnte [1]. Diese auch als „Schlaflignan“ bekannt gewordene Verbindung ist nach unserem Kenntnisstand seit dieser Erstbeschreibung nie wieder nachgewiesen worden.

Aus diesem Grund wurde an unserem Institut zum wiederholten Male versucht, 4′-O-β-d-glucosyl-9-O-(6″-deoxysaccharosyl)olivil nachzuweisen, wofür hochauflösende LC-ESIMS eingesetzt wurde. Der Nachweis gelang zum wiederholten Male nicht, wohingegen andere für Baldrian bekannte Lignane und Lignanglykoside über ihre LCMS-Daten plausibel nachgewiesen werden konnten.

Literatur:

[1] Schumacher B et al. J Nat Prod 2002; 65: 1479 – 1485