PSYCH up2date 2016; 10(02): 99-109
DOI: 10.1055/s-0041-108237
Affektive Störungen
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Elektrokonvulsionstherapie

Michael Grözinger
Further Information

Publication History

Publication Date:
08 March 2016 (online)

Kernaussagen
  • Elektrokonvulsionstherapie (EKT) ist eine moderne medizinische Intervention.

  • EKT wird meistens bei schweren oder therapieresistenten affektiven und psychotischen Störungen eingesetzt.

  • EKT sollte evidenzbasiert und nicht als letzte Therapiemöglichkeit eingesetzt werden. Die Aufklärung von Betroffenen und Angehörigen sollte frühzeitig und adäquat erfolgen.

  • EKT besitzt bei schweren psychischen Erkrankungen eine hervorragende Wirksamkeit, auch nach erfolgloser Pharmako- und Psychotherapie.

  • Das Nebenwirkungs- und Sicherheitsprofil ist im Verhältnis zur Grunderkrankung benigne. Am meisten beeinträchtigend sind inselartige retrograde Gedächtnisstörungen. Ein völliger Verlust des Gedächtnisses tritt nicht auf.

  • Nach erfolgreicher EKT sollte wegen des hohen Rückfallrisikos eine Erhaltungstherapie erfolgen. Sie kann sich aus Erhaltungs-EKT, Pharmakotherapie und Psychotherapie zusammensetzen.

  • Ärzte aller Fachrichtungen können als Multiplikatoren und Zuweiser der Chronifizierung psychischer Erkrankungen durch Aufklärung über EKT entgegenwirken.