retten! 2016; 5(03): 212-221
DOI: 10.1055/s-0041-110708
Fachwissen
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Alles Zucker, oder was? - Endokrine und metabolische Notfälle

Rico Kuhnke
,
Klemens König
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Publication Date:
12 July 2016 (online)

Abstract:

Beim Stichwort „endokrine und metabolische Notfälle“ denken viele an eine Hypoglykämie. Mit Recht: Sie ist der mit Abstand häufigste „Stoffwechselnotfall“ [1] – aber bei Weitem nicht der einzige. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Störungen des Stoffwechsels oder Hormonhaushalts noch lebensbedrohlich sein können.

Kernaussagen

  • Bei endokrinen und metabolischen Notfällen handelt es sich um akute, lebensbedrohliche und häufig krisenhaft auftretende Entgleisungen des Hormonhaushalts oder Stoffwechsels.

  • Die Gesamtheit der hormonbildenden Organe, einschließlich der dazugehörigen steuernden und regulativen Zentren, fasst man unter dem Begriff „Endokrinium“ zusammen.

  • Hormone sind Botenstoffe, die biologische Vorgänge im Körper regulieren und beeinflussen.

  • Unter Homöostase versteht man das Gleichgewicht des inneren Milieus des Körpers. Hierzu gehören z. B. ein konstanter Blutdruck und Blutzuckerspiegel, die Regulation der Körpertemperatur und ein ausgeglichener Wasser-Elektrolyt- und Säure-Basen-Haushalt.

  • Unter Stoffwechsel (Metabolismus) versteht man die Gesamtheit aller biochemischen Prozesse, die dem Erhalt der Funktionen und der Substanz eines Organismus dienen.

  • Veränderungen im EKG können auf eine Elektrolytentgleisung hinweisen.

  • Meist besteht bei Patienten mit endokrinen und metabolischen Notfällen eine langjährige chronische Grunderkrankung.

  • Denken Sie bei unspezifischen Symptomen wie Abgeschlagenheit, Unwohlsein oder Schwächegefühl immer auch an eine Entgleisung einer metabolischen oder endokrinologischen Vorerkrankung.