Tierarztl Prax Ausg K Kleintiere Heimtiere 2021; 49(02): 150
DOI: 10.1055/s-0041-1723885
Abstracts
DVG

Pharmakokinetische Untersuchung zur oralen Mehrfachapplikation des direkten Faktor-Xa-Hemmers Apixaban bei der Katze

M Wroblewski
1  Klinik für Kleintiere, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, Hannover
,
I Birschmann
2  Institut für Laboratoriums- und Transfusionsmedizin, Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum
,
R Mischke
1  Klinik für Kleintiere, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, Hannover
› Author Affiliations
 

Hintergrund und Ziel Aufgrund seines sehr guten Sicherheits-Wirkungsprofils und der fehlenden Notwendigkeit eines Routinemonitorings hat sich Apixaban im letzten Jahrzehnt zu einem wesentlichen Bestandteil in der Thromboseprophylaxe beim Menschen entwickelt. Die einfache orale Applizierbarkeit macht es auch für den Einsatz bei der Katze zu einer vielversprechenden Option. Es liegen pharmakokinetische Daten nach Einmalapplikation vor, die auf eine gute Verträglichkeit bei der Katze deuten. Allerdings fehlen Daten zu den Effekten einer wiederholten Gabe. Ziel dieser Studie war deshalb die Untersuchung der Apixaban-Spiegel und Verträglichkeit nach Mehrfachapplikation bei der Katze.

Methodik Sechs gesunde Katzen erhielten über 7 Tage 2-mal täglich 0,625 mg Apixaban/Tier (entsprechend ¼ Tablette Eliquis® 2,5 mg). Blutproben zur Messung der Wirkstoffkonzentration wurden vor (Zeitpunkt 0) sowie 2,5 Stunden nach oraler Applikation an den Tagen 1, 2, 4 und 7 gewonnen und die Apixaban-Konzentration mithilfe der Ultra-Performance-Liquid-Chromatografie-Tandem Massenspektrometrie (UPLC-MS/MS) und einem Anti-Xa-Assay bestimmt.

Ergebnisse Es traten keine Spontanblutungen auf, 2 Tiere zeigten kleinere Blutungskomplikationen im Bereich der Venenpunktionsstellen. Ein Teil der Katzen entwickelte während der Hospitalisierung eventuell stressinduziert Diarrhö. Die Verläufe der Apixaban-Plasmaspiegel der 6 Katzen zeigten eine hohe interindividuelle Variabilität und 4/6 Tiere erreichten in den ersten Tagen nur geringe Wirkstoffspiegel. An Tag 7 konnten 2,5 Stunden nach der letzten Gabe Apixaban-Konzentrationen von 45–259 ng/ml detektiert werden. Die mit UPLC-MS/MS gemessenen Werte korrelierten sehr gut mit den Anti-Faktor-Xa-Spiegeln (Spearman Rangkorrelationskoeffizient, r = 0,975).

Schlussfolgerung Blutungskomplikationen waren in der geprüften Apixaban-Dosierung limitiert. Die große interindividuelle Variabilität der Wirkstoffspiegel, zu der möglicherweise die Diarrhö beitrug, sollte an einer größeren Tierzahl überprüft werden.



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Publication Date:
26 April 2021 (online)

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