TumorDiagnostik & Therapie 2016; 37(03): 155-156
DOI: 10.1055/s-0042-105066
Thieme Onkologie aktuell
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Multiple vergrößerte stoffwechselaktive Lymphknoten im 18F-FDG PET/CT nach Anti-CTLA-4-Antikörpertherapie beim metastasierten Melanom – Krankheitsprogress oder immunbedingte Nebenwirkung?

S. C. Schüle
,
T. Eigentler
,
C. Pfannenberg
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Publication Date:
20 April 2016 (online)

Einführung

Ipilimumab, ein Antikörper gegen das zytotoxische T-Lymphozyten-Antigen (CTLA-4), wird häufig zur systemischen Therapie beim fortgeschrittenen, nicht resektablen Melanom eingesetzt. Die Hemmung von CTLA-4 bewirkt eine Stimulation von zytotoxischen T-Lymphozyten, die zur Apoptose von Tumorzellen führen [1]. Immunbedingte Nebenwirkungen von Ipilimumab treten in 64 % auf und werden von einigen Autoren sogar als Zeichen für Therapieansprechen gewertet [2]. Diese Autoimmunreaktionen umfassen neben kutanen (Dermatitis), gastrointestinalen (Kolitis) und endokrinologischen Störungen (Hypophysitis) weitere Nebenwirkungen wie die „Sarkoidose-ähnliche“ Manifestation einer benignen Lymphadenopathie (LAP) sowie intramuskuläre Läsionen (Myositis). Histopathologisches Korrelat der LAP ist eine granulomatöse Entzündung [3], die nach Steroidtherapie reversibel ist [4]. Die immunbedingten Nebenwirkungen von Ipilimumab können in der Bildgebung zu Problemen in der differenzialdiagnostischen Abgrenzung von einem Krankheitsprogress führen [5].