Inf Orthod Kieferorthop 2016; 48(02): 70-71
DOI: 10.1055/s-0042-110473
Sehen + Verstehen – Kieferorthopädie im Video
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Die Tip-back-Mechanik

Tip Back MechanicsH-P. Bantleon1
  • 1Abteilung für Kieferorthopödie, Bernhard-Gottlieb-Universitätszahnklinik, Medizinische Universität Wien, Österreich
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Publication Date:
26 July 2016 (online)

Georg Thieme Verlag. Please enable Java Script to watch the video.

Sehen Sie sich ein Video zur Tip-back-Mechanik im Internet an unter: http://dx.doi.org/10.1055/s-0042-110473

Die in diesem Video vorgestellte Mechanik eignet sich hervorragend zum Ausgleich einer Spee’schen Kurve und zur Tiefbisskorrektur ([Abb. 1]) In der Literatur wird ungefähr ein Millimeter Zahnbogenverlängerung pro Millimeter Ausgleich der Spee’schen Kurve veranschlagt [1]. Romeo und Burstone [2] beschrieben die Tip-back-Mechanik, mit der Einzelzähne oder einer ganze Zahngruppe nach dorsal gekippt wird. Baier und Bantleon beschrieben diese aus 3 Anteilen bestehende Mechanik 2002 [3]. Dazu werden 2 seitliche aktive und ein passives Frontsegment geformt ([Abb. 1]). Nach der Nivellierung der Seitsegmente werden Teilbögen aus 0,017×0,025“ Stahldraht eingesetzt, die vom zweiten oder ersten Molaren bis zu den Prämolaren reichen. Das Frontsegment von Eckzahn zu Eckzahn wird mit einem gleich dimensionierten ausgeglühten Stahldraht passiv ligiert ([Abb. 1]). Die Aufrichtung der Seitsegmente wird mit einer Feder aus 0,017×0,025“ Stahldraht mit 2 ½ Schlaufenwindungen durchgeführt und um 60° ins Vestibulum aktiviert ([Abb. 2]). Diese Aufrichtefeder ist ein statisch bestimmbares Kraftsystem und stellt einen einseitig im Hilfsröhrchen des ersten Molaren eingesetzten Hebel dar, der mit seiner anterioren Schlaufe zwischen dem seitlichen Schneidezahn und Eckzahn punktförmig im Frontsegment eingehakt wird. In diesem Punkt wirkt eine intrusive Kraft, die mit einer Federwaage gemessen werden kann. Im Molarenbereich wirkt eine gleich große extrusive Kraft. Diese beiden Kräfte wirken als Kräftepaar mit einem Drehmoment im Uhrzeigersinn. Das Seitsegment wird mit einem Drehmoment im Gegenuhrzeigersinn nach dorsal gekippt, mit einem Rotationszentrum distal der Molaren und mit einer Lückenöffnung zwischen Prämolaren und Eckzahn ([Abb. 3]).

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Abb. 1
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Abb. 2
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Abb. 3