Handchir Mikrochir plast Chir 2016; 48(06): 382
DOI: 10.1055/s-0042-120039
Buchbesprechung
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Dupuytren Disease and Related Diseases – The Cutting Edge

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Publication Date:
29 December 2016 (online)

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Das Buch „Dupuytren Disease and Related Diseases – The Cutting Edge“ trägt einen vielversprechenden Titel. Die Autorenliste ist international und beeindruckend.

Das Layout ist zeitgemäß. Die großzügigen und farbigen Abbildungen vermitteln zusammen mit dem Text didaktisch ausgezeichnet die Kapitelinhalte.

Das Buch ist in 10 Abschnitte unterteilt, beginnend mit der Epidemiologie und Sichtweise der Patienten. Erwähnenswert sei an dieser Stelle, dass der Mitherausgeber Wolfgang Wach selbst kein Arzt ist, sondern als Patient und Gründungsmitglied der International Dupuytren Society, aktiv an der Kapitelgestaltung mitwirkte und so den Standpunkt der Betroffenen plausibel vermitteln kann.

Abschnitt 2 beschäftigt sich mit der Pathogenese und stellt das Werk auf eine wissenschaftlich fundierte Basis. Das jeweilige Thema wird sorgfältig aufgearbeitet und die Autoren sind bemüht, die Inhalte trotz der Informationsmenge fokussiert vorzustellen. Die Kapitel sind strukturiert und logisch aufgebaut und basieren auf umfassenden und aktuellen Literaturverzeichnissen.

Abschnitt 3 stellt den aktuellen Wissensstand über die genetischen Faktoren dar und rundet das wissenschaftliche Fundament ab. Der folgende Abschnitt erörtert die Kollagenase Therapie als interessante Behandlungsoption. Ausgezeichnet sind in diesem Zusammenhang die Kapitel „Collagenase: What We May Never Know (A Discussion)“ von David Warwick und „Controversy: Comparison of the Literature on Percutaneous Needle Fasciotomy and Clostridial Collagenase Histolyticum as Minimally Invasive Treatment Options for Dupuytren Disease“ von Paul Werker. In diesen Kapiteln wird kritisch Stellung bezogen und die Thematik aus Sicht der Evidenz basierten Medizin betrachtet.

Abschnitt 5 handelt die perkutane Nadelaponeurotomie umfassend ab und auch in diesem Abschnitt sind die letzten Kapitel unverzichtbar und hervorragend, da die Autoren Clayton Peimer und Caroline Leclercq sehr fokussiert und klinisch orientiert die Themen Kollagenase Therapie der ausgeprägten Fingermittelgelenk Kontrakturen und die chirurgischen Möglichkeiten dieser Kontrakturen behandeln. Unverzichtbar ist für die Dupuytren Erkrankung der Abschnitt „Assessment“. Diese heterogene Thematik wird umfassend und zielorientiert vorgestellt.

Zeitgemäß und der Evidenz basierten Medizin geschuldet werden in Abschnitt 7 Vergleichsstudien zu den verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten und ökonomische Faktoren dargelegt, während Abschnitt 8 die verschiedenen, teilweise auch weniger bekannten chirurgischen Techniken vorstellt und kritisch beleuchtet.

Abgerundet wird dieses Werk durch die letzten beiden Abschnitte, die die Plantarfibromatose und den Morbus Peyronie abhandeln und einen perspektivischen Ausblick geben.

Die Zusammenfassungen am Ende der Kapitel sind ausgezeichnet und für den Leser äußerst relevant. Diese Abschnitte sind das Kondensat des jeweiligen Themas und der unverzichtbare Kern der Kapitel.

Obwohl ein „ebook“ erhältlich ist, muss leider erwähnt werden, dass kein online Zugang für die gedruckte Ausgabe vorgehalten wird.

Dennoch hat Paul Werker mit seinen Mitherausgebern ein „Ausrufezeichen“ gesetzt. Das Werk trägt zurecht seinen Titelzusatz „Cutting Edge“. Das Buch hat das Potential zum Standardwerk über die Dupuytren Erkrankung zu werden. Dieses Werk ist für jeden Handchirurgen eine Bereicherung und für den Spezialisten eine essentielle Erweiterung seiner Bibliothek.

C. Spies