Was ist neu?
Neue Endpunkte zur Progressionsverzögerung diabetischer Spätschäden Das Fortschreiten diabetischer Nierenschäden kann derzeit auf eine Progressionsrate
von 3 – 4 ml/min/Jahr GFR gesenkt werden. Neue Endpunkte als Alternative zum terminalen
Nierenversagen werden geprüft, z. B. ein 40 %iger eGFR-Abfall, eGFR-slopes oder ein
30 %iger Rückgang der Albuminurie.
Renale und kardiovaskuläre Protektion bei Niereninsuffizienz Therapiestandard bei kardiovaskulären Hochrisiko-Patienten ist die Gabe von Statin,
RAS-Hemmer und Acetylsalicylsäure. Änderungen in Sichtweise und Therapie sind aber
zurzeit durch Erkenntnisse aus Studien mit Empagliflozin und Liraglutid zu erwarten.
Aktuelle Studienlage Die Blockade des Natrium-Glukose-Cotransporters 2 beim kardiovaskulär kranken Typ-2-Diabetiker
mit Empagliflozin führt zu einer Verzögerung der Progression einer diabetischen Nephropathie
(EMPA-REG-OUTCOME-Studie). Glucagon-like-Peptid-1-Rezeptor-Agonisten wie Liraglutid
und Semaglutid reduzieren vor allem die Albuminurie (LEADER- und SUSTAIN-6-Studie),
haben aber das Potenzial für Nephroprotektion im Langzeitverlauf.
Neue Optionen der Diabetestherapie bei Niereninsuffizienz Die zunehmende Glukoneogenese bei erhöhter Nierenfunktionseinschränkung stellt Patienten
und Ärzte vor große Herausforderungen, da sukzessiv die Insulindosis reduziert werden
muss. Neue Therapieansätze werden von Nephrologen daher begrüßt.
ESC-Leitlinien 2016 zur LDL-Cholesterinsenkung Die European Society of Cardiology (ESC) hat eine neue Leitlinie zur LDL-Cholesterinsenkung
veröffentlicht. Niereninsuffiziente wurden dort als Antwort auf die KDIGO-Leitlinien
in die Gruppe der Hoch- und Höchstrisiko-Patienten aufgenommen.
Biomarker zur Präzisierung in klinischen Studien Zur Auswahl des Patientenkollektivs sollen zukünftig neue Panels an Biomarkern erstellt
werden, um zu selektieren, wer dem Wirkungsprofil des neuen Medikaments am besten
entspricht. NTproBNP eignet sich z. B. zur Selektion von Patienten für Herzinsuffizienzstudien.