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DOI: 10.1055/s-0042-1755847
Romosozumab verbessert vertebrale kortikale Knochenmasse und -struktur im Vergleich zu Teriparatid signifikant: HR-QCT-Analyse aus randomisierter Studie bei postmenopausalen Frauen mit niedriger BMD
Authors
Einleitung Das Verständnis der Wirkung von Osteoporosetherapien an der Wirbelsäule ist für die Knochenbiologie und die klinische Praxis von großer Bedeutung. Wir haben ein verbessertes Verfahren entwickelt, das auf einer komplexe 3D-Segmentierung des Wirbelkörperkortex auf hochauflösenden quantitativen Computertomografiescans (HR-QCT) von T12-Wirbelkörpern basiert, um spezifische Veränderungen der Knochenmineraldichte (BMD) und der Mikrostruktur zu bestimmen.
Methode In einer internationalen, randomisierten Phase-2-Studie (McClung et al., N Engl J Med. 2014) erhielten postmenopausale Frauen mit niedriger BMD, die mit Kalzium und Vitamin D supplementiert wurden, Romosozumab (210 mg SC QM), Teriparatid (20 mcg SC QD) oder Placebo (PBO). Eine Untergruppe dieser Frauen erhielt HR-QCT-Scans von T12 (N=11 Romosozumab, 12 Teriparatid, 8 PBO) zu Studienbeginn und nach 12 Monaten. Für die HR-QCT-Analyse der Kortikalis wurde die ICON-Methode (Damm et al., Bone 2019) verwendet, in der sich dem dreidimensionalen Kortexverlauf anschmiegende, 0,2mm dünne Schichten ausgewertet wurden, um Veränderungen vom äußeren Weichteilgewebe bis hin zur Spongiosa medullaris integrativ über den Kortex hinweg zu analysieren. Zusätzlich zu Standardvariablen des spongiösen Kompartiments (Graeff et al., JBMR. 2007) ermöglicht die ICON-Methode die genaue Bestimmung der Kortikalisdicke.
Ergebnisse Die scheinbare Kortikalisdicke von 1,37(0,13) mm zu Studienbeginn wurde durch ICON auf von 0,29(0,05) mm korrigiert. Nach 12 Monaten verstärkten Romosozumab bzw. Teriparatid diese korrigierten Kortexdicken um 0,16(0,02) mm bzw. 0,06(0,02) mm, Placebo zeigte keine signifikante Veränderung im beobachteten Zeitraum mit 0,01(0,02) mm (Mittelwert(SD)). Diese Zuwächse wurden sowohl durch die endosteale als auch die periosteale Anlagerung von Knochenmatrix erreicht. Die Verbesserungen der spongiösen BMD waren zwischen Romosozumab und Teriparatid ähnlich.


Diskussion Mithilfe von HR-QCT-Scans der Wirbelsäule lassen sich Veränderungen in der kortikalen Hülle der Wirbelkörper bewerten und Veränderungen in den endostealen und periostealen Regionen feststellen. Die anatomische Lage und das Ausmaß dieser Veränderungen könnten sich auf die Knochenfestigkeit und damit auf das Frakturrisiko auswirken. Die Verabreichung von Romosozumab war mit einer signifikanten Zunahme der kortikalen Dicke und einer Verbesserung aller gemessenen kortikalen Parameter nach 12 Monaten im Vergleich zu Teriparatid oder PBO verbunden.
Keywords Osteoporose, Computertomografie, Romosozumab
Korrespondenzadresse Timo Damm, Universitätshospital Schleswig-Holstein, Institut für Radiologie und Neuroradiologie, Sektion Biomedizinische Bildgebung, Am Botanischen Garten 18, 24118 Kiel, Deutschland, E-Mail: timo.damm@rad.unikiel.de
Publication History
Article published online:
08 September 2022
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