Osteologie 2022; 31(03): 217
DOI: 10.1055/s-0042-1755885
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Schwere Osteoporose, Ausweg für Therapieversagen

Authors

  • Daniel Dobbert

    1   Praxis f. Orthopädie und Unfallchirurgie, Dessau-Roßlau
 

Einleitung Eine schwere Osteoporose liegt vor, bei Patienten mit einem T-Score von -2,5 oder kleiner und zusätzlich einer oder mehrerer Fragilitätsfrakturen. In der osteologischen Praxis sehen wir zunehmend diese Patienten, die trotz langer Osteoporosetherapie keine Verbesserung der Knochendichte zeigen. Der Wechsel der Medikation vom leitliniengerechten Ansatz, hin zu einer individuellen Therapie kann hier eine Lösung darstellen.

Methode Kausuistik. Zur Erstvorstellung der Patientin zeigte die damals 63- jährige multiple Wirbelkörperfrakturen 1-2° (BWK 6-10, LWK 1). Sie erhielt aufgrund einer Fingerpolyarthrose Prednisolon 2 mg/d und wurde nach dem Aufenthalt in einer rheumatologischen Klinik zu uns zur Weiterbehandlung überwiesen. Im Verlauf erhielt die Patientin neben Physiotherapien, eine leitliniengerechte Calcium- und Vitamin D Substitution sowie 24 Monate Teriparatid 20 Mikrogramm tgl.

Ergebnisse Trotz der Therapie kam es zum weiteren Abfall der Knochendichte im Bereich der LWS um -8,4% (∆ T-Score) und im Bereich der Hüften (gesamt) um -6,45%, weitere Frakturen kamen nicht hinzu. Wir stellten die Medikation der Patientin im April 2021 deshalb auf Romosozumab 105 mg 2x alle vier Wochen mit entsprechender leitliniengerechter Calcium und Vitamin D Substitution um. Nach der Therapiezeit von einem Jahr kam es zur deutlichen Zunahme der Knochendichte vertebral um 10,6% und femoral um 8,25%. Nebenwirkungen traten nicht auf. Die Patientin erhält jetzt eine Anschlusstherapie mit Denosumab 60mg alle 6 Monate.

Diskussion In einer Gruppe von Patientinnen scheint die osteoanabole Kompetenz von Romosozumab der von Teriparatid deutlich überlegen zu sein. Auch ist die Therapielänge 12 vs. 24 Monate für die Patientinnen mit einer monatlichen statt täglicher Gabe einfacher.

Keywords Wirbelkörperfrakturen, Osteoporose, Therapieversagen, Knochendichte.

Korrespondenzadresse Daniel Dobbert, Praxis f. Orthopädie und Unfallchirurgie, Gutenbergstrasse 25, 06842 Dessau-Roßlau, Deutschland, E-Mail: daniel.dobbert@bag-gutenbergstrasse.de



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Article published online:
08 September 2022

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