Osteologie 2022; 31(03): 219-220
DOI: 10.1055/s-0042-1755891
Abstracts
Poster

Ausgeprägter Vitamin-D-Mangel und Knochenmineralgehaltsminderung bei Patientinnen mit sakralen Insuffizienzfrakturen

Authors

  • Ramin Julian Andresen

    1   Sigmund Freud Privatuniversität, Medizinische Fakultät, Wien
  • Sebastian Radmer

    2   Zentrum für Bewegungsheilkunde, Facharztpraxis für Orthopädie, Berlin
  • Reimer Andresen

    3   Westküstenklinikum Heide, Akademisches Lehrkrankenhaus der Universitäten Kiel, Lübeck und Hamburg, Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie / Neuroradiologie, Heide
  • Axel Prokop

    4   Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Tübingen, Klinik für Unfallchirurgie, Sindelfingen, Klinikverbund Südwest, Sindelfingen
  • Guido Schröder

    5   Klinikum Südstadt Rostock, Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Rostock, Klinik für Innere Medizin IV, Rostock
  • Hans-Christof Schober

    5   Klinikum Südstadt Rostock, Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Rostock, Klinik für Innere Medizin IV, Rostock
 

Einleitung Insuffizienzfrakturen des Sakrums werden in letzter Zeit immer häufiger detektiert, wobei aufgrund der steigenden Lebenserwartung die Inzidenz weiter zunehmen wird. Vermutet wird eine Inzidenz von circa 5%, bei PatientInnen>80 Jahre noch deutlich höher. Als wichtigste Risikofaktoren gilt das weibliche Geschlecht, das Alter>70 Jahre und eine vorhandene Osteoporose. Ziel der retrospektiven Untersuchung bei Patientinnen mit sakralen Insuffizienzfrakturen ist die Bestimmung des Ausmaßes eines möglichen Vitamin-D-Mangels und einer vorhandenen Osteoporose.

Methode Bei 84 weiblichen Patientinnen mit einem Alter von 55 – 99 (Ø 78,3) Jahren mit sakralen Insuffizienzfrakturen erfolgte eine Einteilung der Frakturen nach Denis et al. (1) und der Klassifikation der „Fragility Fractures of the Pelvis“ (FFP) nach Rommens & Hofmann (2) anhand von CT- (axiale Schichtdicke von 2mm durchs Becken mit einer auf das Sakrum koronar angulierten reformierten Schichtdicke von 1 und 2 mm, jeweils dokumentiert im Knochen- und Weichteilfenster) und MRT-Schnittbildern (axiale und sagittale T1- und T2 gewichtete 4mm Schnittbilder durchs Becken sowie auf das Sakrum koronar angulierte STIR Sequenz mit einer Schichtdicke von 2,8 mm). Bei allen Patientinnen wurden eine Osteodensitometrie mittels QCT (GE Revolution EVO/64 Zeilen CT sowie Mindways Software 3D Volumetric QCT Spine) im LWS-Bereich und eine Vitamin-D-Bestimmung durchgeführt.

Ergebnisse Bei den 84 Patientinnen fanden sich nach Denis et al. 26 unilaterale und 58 bilaterale, insgesamt 142 sakrale Frakturen mit einer Verteilung von 42,4% einer Denis 1, 4,2% einer Denis 2, 43,3% einer Denis 1 und 2 sowie 10,1% einer Denis 1, 2 und 3 Frakturzone. Nach der Klassifikation von Rommens & Hofmann fanden sich eine FFP Typ II zu 85,7%, eine FFP Typ III zu 4,8% und eine FFP Typ IV zu 9,5%. Der Knochenmineralgehalt der LWS betrug bei den unilateralen Frakturen 12-74 (Ø 44,3) mg/ml und bei den bilateralen Frakturen 2 – 54 (Ø 31,3) mg/ml, entsprechend einer Osteoporose. Der Vitamin-D-Wert lag bei den unilateralen Frakturen bei 8 – 28 (Ø 14,1) nmol/l und bei den bilateralen Frakturen bei 0 – 18 (Ø 7,2) nmol/l, der Unterschied ist signifikant (p<0,05).

Diskussion Eine sakrale Insuffizienzfraktur ist ein starker Indikator für das Vorliegen einer manifesten Osteoporose. Als Frakturrisikofaktoren für das Auftreten von Sakruminsuffizienzfrakturen finden sich das weibliche Geschlecht, das hohe Alter, eine vorhandene Osteoporose und ein schwerer Vitamin-D-Mangel. Das Ausmaß des Vitamin-D-Mangels korreliert mit der Schwere der Frakturmorphologie im Os sacrum. [1] [2]

Keywords Fragility Fractures of the Pelvis, Knochenmineralgehalt, Osteoporose, sakrale Insuffizienzfraktur, Vitamin-D-Mangel

Korrespondenzadresse Julian Ramin Andresen, Sigmund Freud Privatuniversität, Medizinische Fakultät, Freudplatz 3, 1020 Wien, Österreich, E-Mail: 61815097@mail.sfu.ac.at



Publication History

Article published online:
08 September 2022

© 2022. Thieme. All rights reserved.

Georg Thieme Verlag
Rüdigerstraße 14, 70469 Stuttgart, Germany

 
  • Literatur

  • 1 Denis F, Davis S, Comfort T. Sacral fractures: an important problem. Retrospective analysis of 236 cases. Clin Orthop Relat Res 1988; 227: 67-81
  • 2 Rommens PM, Hofmann A. Comprehensive classification of fragility fractures of the pelvic ring: recommendations for surgical treatment. Injury 2013; 44: 1733-1744