Osteologie 2022; 31(03): 223
DOI: 10.1055/s-0042-1755900
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Einfluss der Klinikgröße auf die Einleitung einer Osteoporosetherapie bei alterstraumatologischen Patient*innen mit proximaler Femurfraktur

Authors

  • Evi Fleischhacker

    1   Ludwig-Maximilians-Universität München, Muskuloskelettales Universitätszentrum München – MUM, München
  • J Gleich

    1   Ludwig-Maximilians-Universität München, Muskuloskelettales Universitätszentrum München – MUM, München
  • K Rascher

    2   Akademie der Unfallchirurgie – AUC, München
  • C Schöneberg

    3   Alfried Krupp Krankenhaus, Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Essen
  • M Knobe

    4   Luzerner Kantonspital, Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Luzern
  • Wolfgang Böcker

    1   Ludwig-Maximilians-Universität München, Muskuloskelettales Universitätszentrum München – MUM, München
  • Christian Kammerlander

    1   Ludwig-Maximilians-Universität München, Muskuloskelettales Universitätszentrum München – MUM, München
  • Carl Neuerburg

    1   Ludwig-Maximilians-Universität München, Muskuloskelettales Universitätszentrum München – MUM, München
 

Einleitung Eine Vielzahl der alterstraumatologischen Patient*innen die mit proximaler Femurfraktur in einer unfallchirurgischen Abteilung behandelt werden, haben eine verminderte Knochendichte und nicht selten eine manifeste Osteoporose, welche bis dato unerkannt und untherapiert ist. Entscheidend in der Prävention zukünftiger Frakturen ist also die Einleitung einer Osteoporosetherapie bei diesen Patient*innen, welche maßgeblich von der Sensibilisierung der Unfallchirurg*innen in den behandelnden Kliniken abhängt. In der vorliegende Registerstudie wurde ausgewertet, ob die Einleitung einer Osteoporosetherapie von der Klinikgröße abhängig ist.

Methode Im AltersTraumaRegister DGU werden alle Patient*innen ≥ 70 Jahre erfasst, die nach hüftgelenknaher Femurfraktur in einem zertifizierten AltersTraumaZentrum DGU​ operativ versorgt wurden. Es erfolgte die retrospektive Analyse der Jahrgänge 2016-2019 unter Ausschluss von Patient*innen mit periprothetischen Frakturen. Durch Abgleich mit dem Traumaregister DGU wurde ermittelt, ob Patient*innen an einem überregionalen oder lokalen/regionalen Traumazentrum versorgt wurden und dies zur Gruppendefinition herangezogen. Die Bereitstellung der Daten erfolgte durch das AltersTraumaRegister DGU. Auswertung und Interpretation liegen in der Verantwortung des Autors und haben den abschließenden Reviewprozess des AltersTraumaRegister DGU noch nicht durchlaufen (ATR-DGU-Projekt-ID: 2020-008).

Ergebnisse Insgesamt wurden 19712 Patient*innen mit einem Durchschnittsalter von 85 Jahren (IQR 80; 89) eingeschlossen. 5636 Patient*innen wurden an 19 überregionalen (ÜTZ), 14076 Patient*innen an 61 lokalen/regionalen Traumazentren (LRTZ) versorgt; es zeigte sich kein signifikanter Unterschied bei Alter, Geschlecht und ASA-Score der beiden Gruppen. An ÜTZ hatten bei Aufnahme bereits 24% der Patient*innen eine Osteoporosetherapie, an LRTZ nur 18,3% (p<0,001); am 7. postoperativen Tag erhielten an ÜTZ 72,4% der Patient*innen, an LRTZ 62,8% eine Osteoporosetherapie (p<0,001).

Diskussion In der vorliegenden Studie konnte an einem standardisiert erfassten und behandelten Kollektiv alterstraumatologischer Patient*innen gezeigt werden, dass die Größe der versorgenden Klinik Einfluss auf die Einleitung der Osteoporosetherapie alterstraumatologischer Hüftfrakturpatienten hat. Diese Beobachtung kann sowohl durch die Klinikstruktur (z.B. Mitbehandlung durch Endokrinologen, Zentrenbildung, Fracture Liaison services), als auch durch das zugewiesene Patientenklientel (Unterversorgung der Patient*innen durch Hausärztemangel etc.) bedingt sein und bleibt von hoher Relevanz für zukünftige Studien.

Keywords Alterstraumatologie

Korrespondenzadresse Evi Fleischhacker, Ludwig-Maximilians-Universität München, Muskuloskelettales Universitätszentrum München – MUM, Nußbaumstr. 20, 80336 München, Deutschland, E-Mail: Evi.Fleischhacker@med.uni-muenchen.de



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Article published online:
08 September 2022

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