Sprache · Stimme · Gehör 2017; 41(02): 61
DOI: 10.1055/s-0043-104816
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Gestikulieren und Denken bei Kindern

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Publication Date:
07 June 2017 (online)

Gestikulieren hilft Kindern beim Denken und beim Hervorbringen neuer Ideen. Empirische Forschung belegte, dass Gestikulieren bei Kindern eine ich-orientierte Funktion hat und konvergentes (rational-logisches, vertikales) Problemlösen erleichtert, z. B. in der Mathematik. Eine psychologische Studie hat nun gezeigt, dass Gestikulieren auch beim divergenten Denken, also bei der offenen, kreativen Beschäftigung mit einem Thema oder Problem, eine Rolle spielt.

Fazit

Gesten reflektieren nicht nur Ideen, sondern sie erzeugen sie auch. Durch Gestikulieren beim Problemlösen werden neue Ideen oder auch Strategien generiert, denn Gestikulieren betont perzeptuelle Qualitäten und motorische Aktionen. Kinder sollten daher angeregt werden, auch mit ihren Händen zu denken, was z. B. im schulischen Unterricht genutzt werden kann. Kinder zum Gestikulieren zu ermuntern, erschließt ihnen semantische Kenntnisse (Bedeutungswissen) von Dingen und unterstützt kreatives Denken.