Transfusionsmedizin 2017; 7(03): 181-193
DOI: 10.1055/s-0043-105030
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Präparative Hämapheresen: unerwünschte Ereignisse

Hans-Gert Heuft
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Publication Date:
29 August 2017 (online)

Unerwünschte Ereignisse (UE) im Rahmen von Hämapheresen sind nicht selten. Eine Analyse schließt Punktionskomplikationen, Zitratreaktionen, Kreislaufreaktionen, Spendercompliance und technische Ereignisse ein. Die systematische Auseinandersetzung mit UE bei Hämapheresen ist medizinisch und ökonomisch geboten und eröffnet ein weites Feld für systematische und kontinuierliche Schulungsmaßnahmen von Fachpersonal und Spendern.

Kernaussagen
  • Bei sorgfältiger und umfassender Analyse können bei bis zu 6% aller Hämapheresen UE beobachtet werden. Hiervon sind ca. 98% als mild und klinisch insignifikant einzustufen.

  • UE im Rahmen von präparativen Hämapheresen umfassen Punktionskomplikationen, Zitratreaktionen, Kreislaufreaktionen, Probleme der Spendercompliance und technische UE als wichtigste Kategorien.

  • Änderungen der Maschinenkonfiguration und Trainingsmaßnahmen für Operatoren können die Hämatomrate reduzieren.

  • Verzögerte UE (nach Aufstehen von der Spenderliege und/oder Verlassen der Spendeeinrichtung) sind nicht selten. Sie betreffen vor allem PK und Kreislaufreaktionen. Besonders gefährlich sind verzögerte Kreislaufreaktionen, da sie zu Stürzen mit erheblicher Verletzungsgefahr führen können.

  • Mit Ausnahme von Zitratreaktionen haben alle UE-Kategorien ein hohes Potenzial, mit einem Verfahrensabbruch einherzugehen. Verfahrensabbrüche sind problematisch, da sie den Spender verunsichern, zu Produktverlust führen und Kosten verursachen.

  • Die systematische Auseinandersetzung mit UE im Rahmen von Hämapheresen ist medizinisch sowie ökonomisch geboten und eröffnet ein weites Feld für systematische und kontinuierliche Schulungsmaßnahmen von Fachpersonal und Spendern.