Frauenheilkunde up2date 2017; 11(04): 319-329
DOI: 10.1055/s-0043-105126
Allgemeine Gynäkologie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Pharmakotherapie chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen bei Schwangeren

Niels Teich
,
Andreas Stallmach
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Publication Date:
20 October 2017 (online)

Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen befürchten, dass sich die Therapie ihrer Erkrankung ungünstig auf die Familienplanung bzw. das werdende Kind auswirkt. Diese Sorge ist unbegründet, wenn die Therapie so gestaltet ist, dass die Krankheit in Remission ist oder in niedriger Aktivität besteht. Auch langfristig nach der Geburt zeigt eine CED-Therapie während der Schwangerschaft keine negativen Auswirkungen aufdie Entwicklung des Kindes.

Kernaussagen

Das Bekanntwerden einer Schwangerschaft bei einer Patientin mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa sollte von den beteiligten Ärzten positiv reflektiert werden, weil sowohl das krankheitsspezifische als auch das therapieassoziierte Schwangerschaftsrisiko gering sind. Ziel ist daher vor allem eine Remission oder eine niedrige Krankheitsaktivität vor und während der Schwangerschaft. Denn im Vergleich stellt die Krankheitsaktivität der Mutter ein höheres Risiko dar als die eingesetzten Medikamente. Die Schwangerschaft verläuft bei CED-Patientinnen in der Regel unkompliziert und erhöht auch nicht in wesentlichem Ausmaß die krankheitsspezifischen Charakterisika.