Pneumologie 2018; 72(03): 207-221
DOI: 10.1055/s-0043-105850
CME-Fortbildung
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Der Mensch und Influenza – ein Überblick

Human and Influenza – an Overview
F. Frenzen

Subject Editor: Wissenschaftlich verantwortlich gemäß Zertifizierungsbestimmungen für diesen Beitrag ist Dr. med. Frederik Frenzen, Dresden.
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Publication Date:
07 March 2018 (online)

Die Influenza ist eine akute, in gemäßigten Breiten saisonal auftretende Viruserkrankung mit Beteiligung der Atemwege, die lebensbedrohlich verlaufen kann. Neue Influenzavirustypen können sich global ausbreiten und zu einer Influenza-Pandemie mit stark erhöhten Fallzahlen führen. Das Wissen über Epidemiologie, präventive Hygiene sowie Impfungen, Therapie und Klinik ist essenziell sowohl für den Allgemeinmediziner als auch für den Spezialisten.

Abstract

Influenza is an acute viral disease with involvement of the respiratory tract. It can be life-threatening. New types of influenza viruses can spread globally and cause influenza pandemics with exalted case numbers. The knowledge about epidemiology, preventive hygiene and vaccination, diagnostic, therapy and clinics are essential for the general practitioner as well as the specialist. This article gives an overview with focus on seasonal influenza in adults. In addition, molecular pathological characteristics of influenza viruses are explained and current problems in influenza management are named. The course consists of 10 multiple-choice questions to consolidate the acquired knowledge.

Kernaussagen
  • Influenza ist eine akute, in gemäßigten Breiten saisonal auftretende Viruserkrankung, die insbesondere bei älteren Menschen ( > 60 Jahre) und chronisch Kranken schwer bis lebensbedrohlich verlaufen kann.

  • Aktuelle epidemiologische Informationen sind über die Webseite des RKI abrufbar und beruhen unter anderem auf der Kooperation zwischen RKI, Arztpraxen und Kliniken.

  • Influenzaviren verändern sich kontinuierlich über kleine Mutationen (Antigendrift) und sporadisch durch größere Mutationen (Antigenshift).

  • Pandemische Influenza-A-Viren verursachen häufiger Infektionen mit Beteiligung der unteren Atemwege.

  • Die Ansteckungsfähigkeit hält ab Symptombeginn im Durchschnitt bis zu 10 Tage an (bei Immunsupprimierten und schweren Erkrankungsverläufen ggf. länger). Ein Teil der asymptomatischen Patienten gilt ebenfalls als infektiös.

  • Der Goldstandard für die virologische Influenzadiagnostik ist der Nachweis mittels PCR. Die Sensitivität ist innerhalb von 48 Stunden nach Symptombeginn sowie bei Abstrichen aus Nase oder Nasopharynx am höchsten. Influenzaschnelltests haben nur eine geringe bis mäßige Sensitivität.

  • Eine spezifische Therapie mit Neuraminidase-Inhibitoren wird bei Hospitalisierten, Patienten mit schwerer, komplizierter oder progredienter Erkrankung und/oder mit hohem Risiko für Influenza-assoziierte Komplikationen empfohlen.

  • Eine Impfung gegen saisonale Influenza wird empfohlen für über 60-Jährige, Risikopatienten (mit schweren chronischen Erkrankungen und/oder Immunsuppression), Reisende in entsprechende Risikogebiete sowie Menschen mit spezifischem beruflichem Risiko.

  • Nicht pharmazeutische Maßnahmen und ggf. das Aufklären hierüber sollten nicht vergessen werden.