PSYCH up2date 2018; 12(02): 139-150
DOI: 10.1055/s-0043-110841
Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Borderline-Persönlichkeitsstörung

Anja Schaich
,
Nele Erkens
,
Ulrich Schweiger
,
Eva Faßbinder
Further Information

Publication History

Publication Date:
22 March 2018 (online)

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) ist eine ernste, aber behandelbare psychische Erkrankung. Psychotherapie ist Behandlung der Wahl, eine psychopharmakologische Behandlung der BPS ist nicht evidenzbasiert. Die Schulung medizinischen Personals in Diagnostik und Behandlung von Patienten mit BPS ist dringend notwendig, um Stigmatisierung zu reduzieren und eine adäquate ambulante Versorgung dieser Patientengruppe zu gewährleisten.

Kernaussagen
  • Die BPS geht zumeist mit emotionalem Leid, geringem psychosozialen Funktionsniveau sowie Komorbidität und hohen Krankheitskosten einher.

  • Psychotherapie gilt als Behandlung der Wahl und es stehen verschiedene evidenzbasierte psychotherapeutische Therapiemethoden zur Verfügung.

  • Für die psychopharmakologische Behandlung gibt es unzureichende Evidenz und Psychopharmaka sollten bei dieser Patientengruppe zurückhaltend eingesetzt werden.

  • Um Patienten eine störungsspezifische psychotherapeutische Behandlung zu ermöglichen, ist die Diagnostik und Rückmeldung der BPS-Diagnose unumgänglich. Hierfür ist Schulung des medizinischen Personals essenziell, um Unsicherheiten und Stigmatisierung in Bezug auf die BPS-Diagnose zu reduzieren.