Pädiatrie up2date 2018; 13(02): 139-150
DOI: 10.1055/s-0043-115860
Hämatologie/Onkologie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Thrombosen und Thrombophilie-Abklärung bei Kindern und Jugendlichen

Alexandra Schifferli
,
Nicolas von der Weid
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
18. Juni 2018 (online)

Der Zentralvenenkatheter bei Intensivpatienten ist heutzutage der häufigste erkannte Risikofaktor einer Thrombose im Kindesalter, und eine angeborene Thrombophilie spielt in den meisten Fällen kaum eine Rolle. Die Indikation zur Abklärung einer hereditären Thrombophilie wird in den letzten Jahren zunehmend kritisch diskutiert. Dennoch wird die Untersuchung in der Praxis noch häufig ohne spezifische Indikation durchgeführt.

Kernaussagen
  • Thrombosen im Kindesalter werden selten in der Arztpraxis diagnostiziert. Vielmehr handelt es sich um eine Komplikation intensivmedizinischer Behandlungen.

  • Indikation einer Antikoagulation, Wahl des Präparats und Therapiedauer basieren auf Konsensentscheiden und richten sich in der Pädiatrie nach der individuellen Situation. Es sei auf die internationalen Richtlinien verwiesen [7].

  • Im Kindesalter sind aktuell als Antikoagulanzien Heparin, NMH und VKA zugelassen. Neue Wirkstoffe, die im Erwachsenalter bereits seit vielen Jahren eingesetzt werden, sind in der Registrierungsphase (z. B. Rivaroxaban).

  • Die hereditäre Thrombophilie spielt im Kindesalter vermutlich eine untergeordnete Rolle.

  • Eine Thrombophilie-Abklärung im Kindesalter soll die Ausnahme sein. Die Konsequenz eines negativen oder positiven Befunds soll vor der Testung klar sein.