Frauenheilkunde up2date 2017; 11(04): 359-368
DOI: 10.1055/s-0043-116253
Allgemeine Gynäkologie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Geburtshilfe: Anästhesie bei fetaler Chirurgie

Emmanuel Schneck
,
Christian Koch
,
Christoph Arens
,
Rainer Schürg
,
Thomas Zajonz
,
Anastasiia Khaleeva
,
Thomas Kohl
,
Markus A. Weigand
,
Michael Sander
Further Information

Publication History

Publication Date:
20 October 2017 (online)

Die Fetalchirurgie ist eine junge Disziplin der Medizin, die in den letzten 35 Jahren insbesondere auch in Deutschland weiterentwickelt wurde. Die Komplexität der Eingriffe, die physiologischen hämodynamischen und respiratorischen Veränderungen während der Schwangerschaft sowie das ungeborene Kind stellen das anästhesiologische Management vor eine herausfordernde Aufgabe.

Kernaussagen
  • Die Fetalchirurgie weist eine Vielzahl an Indikationen auf, die ein breites Spektrum an anästhesiologischen Verfahren benötigen.

  • Das Lungenödem stellt ein seltenes, aber potenziell gefährliches Ereignis in der Fetalchirurgie dar. Gründe hierfür sind u. a. ein erniedrigter onkotischer Druck infolge einer relativen Hypoalbuminämie, eine potenzielle perioperative Hypervolämie sowie die Erhöhung der Membranpermeabilität durch tokolytische Medikamente.

  • Die Wahl des Monitorings hängt von der Länge und Invasivität des Eingriffs ab. Aufgrund des Risikos für ein Lungenödem kann bei maternofetaler Allgemeinanästhesie ein erweitertes hämodynamisches Monitoring inkl. Messung des EVLWs notwendig sein.

  • Fetale Bradykardien sind immer ein ernst zu nehmender Zustand, müssen daher engmaschig überwacht werden und sollten zu einer zügigen Ursachenbekämpfung führen.

  • Ein restriktives Volumenregime, das Aufrechterhalten eines adäquaten Perfusionsdrucks zur Sicherung der plazentaren Versorgung des Feten sowie eine ausgeglichene Oxygenierung und Ventilation stellen Grundprinzipien des anästhesiologischen Managements in der Fetalchirurgie dar.