Zeitschrift für Komplementärmedizin 2017; 09(05): 48-55
DOI: 10.1055/s-0043-116647
Wissen
Psychoneuroimmunologie und Autoimmunerkrankungen – eine paradigmatische Herausforderung
© Karl F. Haug Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG

Psychoneuroimmunologie und Autoimmunerkrankungen – eine paradigmatische Herausforderung

Christian SchubertJulian Hannemann
Subject Editor:
Further Information

Publication History

Publication Date:
19 September 2017 (online)

Zusammenfassung

Die Psychoneuroimmunologie (PNI) befasst sich mit dem Einfluss psychischer Faktoren auf das Immunsystem und die körperliche Gesundheit, wobei neuroendokrine netzwerkartige Verbindungen als vermittelnd gelten. Die Autoimmunerkrankungen (AIK) gehören zu jenen Krankheiten, bei der psychoneuroimmunologische Untersuchungen klare Zusammenhänge zwischen Stressoren und Entzündungsanstiegen aufzeigen. Weiter konnten bei AIK-Patienten Entzündungsreduktionen bei positiven Emotionen nachgewiesen werden. Forschungsergebnisse integrativer Einzelfallstudien, deren biopsychosozialer Untersuchungszugang der Komplexität der PNI besser Rechnung trägt als die konventionellen Forschungsdesigns der Biomedizin (z.B. Randomized Controlled Trials [RCT]), bestätigen diese Zusammenhänge und geben darüber hinaus wertvolle Hinweise auf mögliche biopsychosoziale Entstehungswege von AIK. Gerade weil die Ursachen vieler AIK bisher ungeklärt sind, gewinnt der ganzheitliche Behandlungsansatz der Komplementär- und Alternativmedizin vor diesem Hintergrund an Bedeutung.