Kardiologie up2date 2017; 13(03): 219-234
DOI: 10.1055/s-0043-117245
Herzrhythmusstörungen
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Diagnose bradykarder Herzrhythmusstörungen

Carsten Walter Israel
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Publication Date:
19 October 2017 (online)

Ist die Funktion des Sinusknotens oder die atrioventrikuläre Erregungsleitung gestört, kommt es zu einer Bradykardie – die Herzfrequenz verlangsamt sich. Je nach Symptomatik des Patienten kann eine Schrittmachertherapie indiziert sein. Doch die Diagnose einer Bradykardie ist oftmals kompliziert, die Methoden vielseitig: Sie reichen von einem einfachen Ruhe-EKG bis zum Langzeit-Monitoring mit implantiertem Loop-Rekorder.

Kernaussagen
  • Bei der Analyse von Bradykardien sind verschiedene Formen der Sinusknoten-Funktionsstörungen und der AV-Überleitungsstörung zu unterscheiden.

  • Intermittierende Bradykardien gehen typischerweise mit Synkopen einher (z. B. intermittierender Sinusarrest oder AV-Block III°). Permanente Bradykardien verursachen häufiger Allgemeinsymptome und sind im EKG oft nicht sofort als Ursache der Symptomatik erkennbar (z. B. chronotrope Sinusknoteninkompetenz, sehr langer AV-Block I°).

  • Die Dokumentation intermittierender Bradykardien erfordert oft ein Langzeit-Monitoring-Verfahren inklusive implantierbarer Loop-Rekorder – insbesondere um einen klaren Zusammenhang zwischen einer Symptomatik und der assoziierten Bradykardie zu beweisen.