Radiologie up2date 2017; 17(04): 323-343
DOI: 10.1055/s-0043-119185
Muskuloskelettale Erkrankungen
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Postoperative Bildgebung nach Gelenkersatz – Knie, Hüfte, Schulter

Postoperative Imaging of Knee, Hip and Shoulder Arthroplasty
Nadja Saupe
,
Jose Romero
,
Otmar Hersche
,
Marco Zanetti
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Publication History

Publication Date:
19 December 2017 (online)

Zusammenfassung

Die Gelenke an Knie, Hüfte und Schulter werden häufig und mit gutem Erfolg ersetzt. Mit der weiteren Zunahme dieser Operationen wächst auch die Bedeutung der postoperativen Bildgebung. Besonders Röntgen und CT werden für Routinekontrollen und zum Nachweis von Komplikationen eingesetzt. Die MRT kann – fortgeschrittene Techniken zur Reduktion von Metallartefakten vorausgesetzt – die um die Prothese liegenden Weichteile am besten darstellen.

Abstract

Numerous joint prostheses are used in orthopedic practice. This article reviews the current status of knee, hip and shoulder replacement and the expected radiographic appearances. Different types and techniques of replacement, various designs of hardware, the imaging appearance of complications of replacement and of revisions will be discussed.

This article will also acknowledge some of the basic principles to reduce metal-induced susceptibility artifacts originate in MR images. Common ways to reduce or modify artifacts will be presented too.

Kernaussagen
  • Ziele des künstlichen Gelenkersatzes sind die Verminderung der Schmerzen und die Wiederherstellung einer guten Gelenkfunktion. Aufgabe der postoperativen Bildgebung ist es, den korrekten Sitz der Prothese zu dokumentieren und intra- oder perioperative Komplikationen auszuschließen.

  • Am Kniegelenk wird bei einer generalisierten Gonarthrose eine Knietotalprothese eingesetzt. Wenn die Arthrose ausschließlich auf ein spezifisches Kompartiment beschränkt ist und die das Knie stabilisierenden Ligamente funktionell intakt sind, kommt auch eine unikompartimentelle bzw. eine Teilprothese in Betracht. Typische Komplikationen sind Infektionen, Instabilität der Bänder, Osteolysen und Prothesenlockerungen.

  • Am Hüftgelenk wird vor allem die Hüfttotalendoprothese eingesetzt, die meist (in 90% der Fälle) nicht zementiert wird. Entscheidend ist eine möglichst hohe Stabilität direkt postoperativ. Für jüngere Patienten mit guter Knochenqualität gibt es als Variante die Kurzschaftprothese, bei der lediglich der Oberschenkelhals ersetzt wird. Häufigste Komplikation ist die aseptische Lockerung mit 36,5%, dann folgen die Luxation mit 17,7% und die periprothetische Gelenkinfektion mit 15,3%.

  • An der Schulter stehen verschiedene Implantate für unterschiedliche Erkrankungen und Bedürfnisse des Patienten zur Verfügung. Bei einer Hemiarthroplastik wird nur der Humeruskopf ersetzt, bei der Totalarthroplastik auch die Gelenkpfanne. Man unterscheidet die anatomische Schulterprothese, den Oberflächenersatz (schaftfreies Implantat) und die inverse Schulterprothese. Die häufigste Komplikation ist das „scapular notching“, klinisch am meisten relevant aber sind die Infektion, die Instabilität und Akromionfrakturen.