PSYCH up2date 2018; 12(06): 507-524
DOI: 10.1055/s-0043-122531
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Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Diagnostik mit bildgebenden Verfahren in der Psychiatrie

Arnim Gaebler
,
Frank Schneider
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Publication Date:
29 October 2018 (online)

Bildgebende Verfahren sind fester Bestandteil der psychiatrischen Diagnostik und werden in den Leitlinien für viele psychische Störungen empfohlen. Bei Patienten wie auch bei Klinikern bestehen allerdings oftmals Unsicherheiten bezüglich Zweck und Informationsgehalt der bildgebenden Diagnostik in der Psychiatrie. Dieser Artikel gibt einen Überblick über technische Grundlagen und den klinischen Nutzen der gängigen bildgebenden Verfahren.

Kernaussagen
  • Der Einsatz bildgebender Verfahren in der psychiatrischen Diagnostik dient dem Ausschluss einer zugrunde liegenden hirnmorphologisch fassbaren Erkrankung bzw. deren Bestätigung bei entsprechendem Verdacht.

  • Eine bildgebende Untersuchung des Gehirns sollte bei psychischen Erkrankungen insbesondere bei der Erstmanifestation, atypischen Symptomen und neurologischen Auffälligkeiten erfolgen.

  • Im Rahmen der Demenzdiagnostik hat die strukturelle Bildgebung einen wesentlichen Stellenwert zum Ausschluss sekundärer, potenziell reversibler Demenzen und vaskulärer Hirnschädigungen sowie zur differenzialdiagnostischen Einordnung von primär neurodegenerativen Demenzen.

  • In klinisch unklaren Fällen leisten zudem nuklearmedizinische Verfahren einen wichtigen Beitrag in der Demenzdiagnostik.

  • Auch bei nichtorganischen psychischen Störungen wurden subtile strukturelle sowie funktionelle Auffälligkeiten identifiziert. Ein diagnostischer Einsatz solcher Surrogatmarker wird durch Anwendung von Methoden des maschinellen Lernens vielleicht in naher Zukunft möglich sein.