Aktuel Ernahrungsmed 2017; 42(06): 452-460
DOI: 10.1055/s-0043-122921
Viewpoint
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Facts zum Management der Klinischen Ernährung – eine Online-Befragung

Facts on the Management of Clinical Nutrition – an Online Survey
Emilie Aubry
1  Universitätsklinik für Diabetologie, Endokrinologie, Ernährungsmedizin und Metabolismus, Inselspital, Universitätsspital Bern, und Universität Bern, Schweiz
,
Julie Mareschal
2  Universitätsklinik für Endokrinologie, Diabetologie, Hypertension und Ernährung, Universitätsspital Genf, Schweiz
,
Michaela Gschweitl
3  Abbott Nutrition International, Baar, Schweiz
,
Maris Zvingelis
3  Abbott Nutrition International, Baar, Schweiz
,
Philipp Schuetz
4  Medizinische Universitätsklinik der Universität Basel, Endokrinologie, Diabetes, Klinische Ernährung und Innere Medizin, Kantonsspital Aarau, Schweiz
,
Zeno Stanga
1  Universitätsklinik für Diabetologie, Endokrinologie, Ernährungsmedizin und Metabolismus, Inselspital, Universitätsspital Bern, und Universität Bern, Schweiz
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Publication History

Publication Date:
03 January 2018 (online)

Zusammenfassung

Die krankheitsassoziierte Mangelernährung (KAM) stellt ein relevantes Problem dar und wird bei 20 – 60 % der hospitalisierten internistischen, geriatrischen oder chirurgischen Patienten beobachtet. Die KAM ist assoziiert mit einer Erhöhung der Morbiditäts-, der Mortalitäts- und der Komplikationsrate sowie mit einer Verschlechterung der Lebensqualität. Die frühzeitige Identifikation von Risikopatienten mittels eines validierten Screenings und die anschließende Erfassung des Ernährungsstatus sind entscheidende initiale Schritte für ein erfolgreiches Ernährungsmanagement. Anhand dieser Informationen kann ein Ernährungsplan ausgearbeitet und eine entsprechend adäquate Ernährungstherapie rasch eingeleitet werden. Die Behandlung muss überwacht, evaluiert und regelmäßig adaptiert werden, um die ernährungsmedizinischen Ziele schnellstmöglich erreichen zu können.

Das Ziel der hier vorliegenden Untersuchung ist es, die Situation der Ernährung in Schweizer Institutionen besser zu verstehen und potenzielle Barrieren aufzuzeigen, welche die Entwicklung bzw. Durchführung eines optimalen Ernährungsmanagements verhindern. Anhand dieser Ergebnisse können geeignete und gezielte Konzepte für eine potenzielle Optimierung erarbeitet werden.

Fünfzig Pflegedienstleitungen (72 % Krankenhäuser, 28 % Pflegeheime) haben eine Online-Befragung zu Funktion und Verantwortlichkeit, Erfassung und Monitoring des Ernährungszustands und zugehörigen Problemen in ihrer Institution ausgefüllt. Aus den Ergebnissen lässt sich schließen, dass schweizweite Leitlinien und Standards für das Screening, das Assessment sowie das Monitoring des Ernährungszustands sowie zu ernährungstherapeutischen Interventionen und zur Bearbeitung von Behandlungszielen bei der KAM entwickelt werden müssen.

Kontinuierliche ernährungsspezifische Aus- und Weiterbildung vom medizinischen Personal muss stattfinden und kontinuierliche Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit muss bei Patienten geleistet werden, um das Bewusstsein für die Ernährung zu stärken. Zudem muss die Kommunikation zwischen den interdisziplinären und multiprofessionellen Betreuungs- und Behandlungsteams zur Bekämpfung der KAM verbessert werden.

Abstract

Disease related malnutrition (DRM) is an important issue and occurs in 20 – 60 % of hospitalized medical, geriatric or surgical patients. DRM is associated with increased morbidity, mortality, and complications. It leads to decreased quality of life. Timely identification of at-risk patients with validated screening tool and assessment of the nutritional status are key points of successful nutritional management. Nutritional plans are elaborated on these data and adequate nutritional therapy can quickly be started.

This therapy should be monitored, evaluated and frequently adapted to reach nutritional medical goals as soon as possible.

The aim of this study is to better understand the situation about nutrition in Swiss institutions and to identify potential barriers, which prohibit the development and the implementation of an optimal nutritional management. Suitable and targeted concepts for possible optimizations can be worked up with the results of the study.

Fifty head nurses (72 % in hospital, 28 % in nursing home) filled in an online survey about function and responsibilities, recording and monitoring of the nutritional status and related problems at their working places.

It can be concluded that national standards and guidelines for screening and assessment and monitoring of the nutritional status as well as for nutritional medical interventions and work up of treatment goals regarding DRM should be developed.

Ongoing and further training of medical staff should take place. Patients should also be informed and become aware of the importance of nutrition. Further, communication between interdisciplinary and multi-professional treatment and care teams must be improved to better control DRM.