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DOI: 10.1055/s-0043-1769538
Einsatz von Phytotherapeutika beim Post-COVID-Syndrom – Rhodiola rosea
Authors
Seit 2021 werden in der Klinik für Integrative Medizin und Naturheilkunde in Bamberg Patient*innen, die unter einem Post-COVID-Syndrom leiden, stationär behandelt.
Unter dem Post-COVID-Syndrom werden Beschwerden verstanden, die mehr als 12 Wochen nach einer akuten SARS-CoV-2-Infektion auftreten oder andauern [1]. Momentane Schätzungen gehen dahin, dass bis zu 15% der Infizierten betroffen sind [2]. Die klinischen Symptome des Post-COVID-Syndrom sind vielfältig [1] [2]; in unserer Klinik für Integrative Medizin und Naturheilkunde behandeln wir vor allem Patient*innen, die unter einer anhaltenden Fatigue sowie unter Myalgien leiden. Ein wichtiger Bestandteil des multimodalen integrativ-naturheilkundlichen Therapiekonzeptes, das bei dieser Indikationsgruppe zur Anwendung kommt, ist neben der Mind-Body-Medizin die mindestens zweimalige Behandlung mit Ganzkörperhyperthermie in Kombination mit Vitamin-C-infusionen und begleitender Sauerstoffgabe. Ein weiterer therapeutischer Ansatz liegt in der Anwendung von Phytotherapeutika und hier insbesondere von Rhodiola rosea. Rosenwurzextrakte haben eine adaptogene Wirkung, d.h. sie tragen zur Steigerung der Widerstandskraft und der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit bei und können Stresssymptome lindern [3] [4].
Die Evaluation der stationären Versorgung sieht eine Befragung der Patient*innen zu 3 Zeitpunkten vor: zu Beginn und Ende des stationären Aufenthaltes sowie 6 Monate nach der Entlassung. In einem explorativen Ansatz evaluieren wir im Rahmen der Versorgungsforschung auch die Anwendung von Phytotherapeutika beim Post-COVID-Syndrom: Bei welchen Betroffenen wird Rosenwurzextrakt im klinischen Alltag in unserer Abteilung eingesetzt, inwiefern wirkt sich die Einnahme auf die krankheitsspezifische Symptomatik (chron. Erschöpfung, Müdigkeit und ggf. Konzentrationsstörungen) aus und welche Faktoren spielen hier ggf. eine Rolle?
Danksagung Wir danken dem gesamten Team der Klinik für Integrative Medizin und Naturheilkunde sowie dem Team der Forschungsabteilung für die vielfältige Unterstützung. Die Forschung zum Post-COVID-Syndrom wird gefördert durch das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, die Versorgungsforschung durch die Oberfrankenstiftung und die Rothenfußer Stiftung.
Publication History
Article published online:
14 June 2023
© 2023. Thieme. All rights reserved.
Georg Thieme Verlag
Rüdigerstraße 14, 70469 Stuttgart, Germany
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Literatur
- 1 AWMF online. S1-Leitlinie Long/ Post-COVID – Living Guideline https://register.awmf.org/assets/guidelines/020-027l_S1_Post_COVID_Long_COVID_2022-08.pdf (zuletzt aufgerufen am 24.03.2023
- 2 Hallek M. et al. Dtsch Arztebl Int 2023; 120 (online first)
- 3 Panossian A. et al. Phytomedicine 2010; 17: 481-493
- 4 Lekomtseva Y. et al. Complement Med Res 2017; 24: 46-52