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DOI: 10.1055/s-0043-1769542
Ergebnisse einer nicht-interventionellen Studie (NIS) zur subkutanen Behandlung von malignen urogenitalen Tumoren mit dem Mistelpräparat Iscucin® Populi
Authors
In der komplementärmedizinischen Tumortherapie werden im deutschsprachigen Raum häufig Mistelpräparate angewendet [1]. Diese bewirken u.a. eine vermehrte Freisetzung von β-Endorphin, welches eine stark analgetische und stimmungsaufhellende Wirkung hat. Dies kann zu einer Verbesserung der Lebensqualität (LQ) führen [1] [2] [3].
In einer NIS wurden daher Erkenntnisse zur Sicherheit, Anwendung und therapeutischen Wirkung von Iscucin® Populi (WALA Heilmittel GmbH, Bad Boll, Deutschland) bei Patienten mit malignen urogenitalen Tumorerkrankungen (MUT) gewonnen. Den urogenitalen Tumoren wird die Pappelmistel zugeordnet [4]. Die LQ wurde mittels eines allgemeinen (EORTC-QLQ-C30) und eines prostatakarzinom-spezifischen Fragebogens (EORTC-QLQ-PR25) erfasst.
Acht Praxen in Deutschland rekrutierten 75 Patienten, davon waren 96% männlich. 87% litten an einem Prostatakarzinom und 15% an einem Harnblasentumor. Iscucin® Populi wurde in individuellen Dosierungen bei allen Schweregraden von MUT kurativ, adjuvant oder palliativ verordnet. Die globale Verträglichkeit und Wirksamkeit wurden als sehr gut bis gut beurteilt. Auftretende Nebenwirkungen waren vor allem Fieber und Lokalreaktionen, welche ohne Maßnahmen und Folgeschäden ausheilten. Die Ärzte beobachteten eine Stabilisierung des Tumorstatus, Teilremission, Tumormarkerrückgang, Verbesserung bzw. Stabilisierung des Allgemeinzustandes, allgemeine Kräftigung und Steigerung der Leistungsfähigkeit, psychische Stabilisierung und Stimmungsaufhellung, Rückgang der Kälteempfindlichkeit sowie Schmerzreduktion. Die Einschätzungen der Ärzte korrelierten mit den Patient-Reported Outcomes ([Tab. 1]). Parameter wie emotionale und kognitive Funktionen, Schlafstörungen, Atemnot, Durchfall und Harnsymptome verbesserten sich signifikant. Die Iscucin® Populi-Therapie stieß bei den Patienten auf eine hohe Akzeptanz. Über 90% der behandelten Patienten waren sehr zufrieden oder zufrieden mit der Therapie und würden sich wieder für diese entscheiden.
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EORTC-QLQ-C30 Funktion-Skalen |
EORTC-QLQ-C30 Symptom-Skalen |
EORTC-QLQ-PR25 |
|||
|---|---|---|---|---|---|
|
emotionale Funktion |
↑* |
Atemnot |
↑* |
Harnsymptome |
↑* |
|
kognitive Funktion |
↑* |
Schlafstörungen |
↑* |
Inkontinenzhilfe |
↑ |
|
Rollenfunktion |
↑ |
Durchfall |
↑* |
behandlungsbedingte Symptome |
↑ |
|
physische Funktion |
↑ |
Müdigkeit |
↑ |
Darmsymptome |
↑ |
|
soziale Funktion |
↑ |
Verstopfung |
↑ |
sexuelle Funktion |
↑ |
|
globaler Gesundheitsstatus |
↑ |
Schmerzen |
↑ |
sexuelle Aktivität |
↓ |
|
Übelkeit und Erbrechen |
↑ |
||||
|
Appetitmangel |
↔ |
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|
finanzielle Probleme |
↓ |
||||
↑Verbesserung; ↓Verschlechterung; ↔keine Änderung; *signifikante Ergebnisse.
Publication History
Article published online:
14 June 2023
© 2023. Thieme. All rights reserved.
Georg Thieme Verlag
Rüdigerstraße 14, 70469 Stuttgart, Germany
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Literatur
- 1 Kienle GS, Kiene H.. Kontrollierte Studien zur Misteltherapie der Krebserkrankungen. Eine Systematische Übersicht. In: Scheer R et al. Fortschritte in der Misteltherapie – aktueller Stand der Forschung und klinische Anwendung. Essen: KVC Verlag; 2005
- 2 Klein R.. Effekte von Mistelextrakten auf immunkompetente Zellen in vitro und in vivo und ihre mögliche Bedeutung für die Therapie von Tumorerkrankungen und andere klinische Entitäten. In: Scheer R et al. Fortschritte in der Misteltherapie – aktueller Stand der Forschung und klinische Anwendung. Essen: KVC Verlag; 2005
- 3 Lange-Lindberg AM. et al. Misteltherapie als begleitende Behandlung der Toxizität der Chemotherapie maligner Erkrankungen. DAHTA-Bericht 4. 2006
- 4 Wilkens J.. Misteltherapie. Differenzierte Anwendung der Mistel nach Wirtsbäumen. Stuttgart: Sonntag Verlag; 2006