Zeitschrift für Phytotherapie 2023; 44(S 01): S24-S25
DOI: 10.1055/s-0043-1769548
Abstracts

AroMaDem: Aromaöl-Massage mit Lavendelöl bei Bewohner*innen mit agitierter Demenz in Pflegeheimen – eine Studienplanung

Authors

  • B Kröger

    1   Institut für Allgemeinmedizin und Interprofessionelle Versorgung, Universitätsklinikum Tübingen, Deutschland
  • C Klocke

    1   Institut für Allgemeinmedizin und Interprofessionelle Versorgung, Universitätsklinikum Tübingen, Deutschland
  • R Stolz

    1   Institut für Allgemeinmedizin und Interprofessionelle Versorgung, Universitätsklinikum Tübingen, Deutschland
  • S Joos

    1   Institut für Allgemeinmedizin und Interprofessionelle Versorgung, Universitätsklinikum Tübingen, Deutschland
  • J Valentini

    1   Institut für Allgemeinmedizin und Interprofessionelle Versorgung, Universitätsklinikum Tübingen, Deutschland
 

Durch eine stetige Zunahme der Lebenserwartung steigt auch die Zahl der Menschen mit Demenz [1]. Betroffene leiden häufig unter psychologischen und verhaltensbezogenen Symptomen der Demenz (BPSD), welche ihre Lebensqualität sowie die ihrer Angehörigen oft beeinträchtigen. Dabei verursacht die symptomatische Behandlung durch pharmakologische Therapieansätze häufig starke Nebenwirkungen und ist oft von unzureichender Effektivität [2]. Einen vielversprechenden komplementärmedizinischen Ansatz zur Linderung der Beschwerden stellen Aromamassagen mit Lavendelöl (Lavandula angustifolia) dar. Es ist das bisher am häufigsten erforschte ätherische Öl im Hinblick auf die Reduktion von Agitation bei Menschen mit Demenz [3] [4].

Ziel der Studie ist die Untersuchung einer standardisierten Intervention samt Schulungscurriculum zu Aromamassagen bei Menschen mit agitierter Demenz im Setting Pflegeheim. Im Rahmen einer explorativen randomisiert-kontrollierten Studie werden die Machbarkeit im Praxisalltag und der klinische Nutzen evaluiert. Etwa n=120 Heimbewohner*innen erhalten über 8–12 Wochen viermal wöchentlich zu einer individuell festgelegten Tageszeit über 15 Minuten entweder eine Hand- und Unterarmeinreibung mit Lavendelöl (2%) (Interventionsgruppe) oder zusätzliche – weder sensorisch noch olfaktorisch anregende – Einzelaktivitäten (Kontrollgruppe). Die Veränderungen im Hinblick auf Agitation werden mittels Cohen-Mansfield Agitation Inventory (CMAI) und Neuropsychiatric Inventory (NPI) erhoben; zudem erfolgen die Dokumentation und Auswertung indikationsbezogener Bedarfsmedikation. Die Machbarkeit wird mit der Retention Rate, der Dokumentation von Nebenwirkungen und anhand einer qualitativen Prozessevaluation (Interviews) mit den beteiligten Berufsgruppen und Angehörigen untersucht. Bei positiver Evaluation könnte in einem nächsten Schritt der niederschwellige Einsatz von 2% Lavendelöl im häuslichen Setting durch pflegende Angehörige erwogen werden.

Die Studie wird über die Karl und Veronica Carstens-Stiftung im Rahmen der Demenzplattform 2.0 gefördert.



Publication History

Article published online:
14 June 2023

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