Zeitschrift für Phytotherapie 2023; 44(S 01): S35
DOI: 10.1055/s-0043-1769566
Abstracts
6. Young Researcher Workshop
Datum/Ort14.–15. Juni 2023, Klinikum Bamberg

Antiinflammatorische Aktivität von Sesquiterpenen aus Myrrhe auf die NO-Produktion von RAW264.7 Zellen

Authors

  • A Unterholzner

    1   Universität Regensburg, Lehrstuhl für Pharmazeutische Biologie, Regensburg, Deutschland
  • K Kuck

    1   Universität Regensburg, Lehrstuhl für Pharmazeutische Biologie, Regensburg, Deutschland
  • B Lipowicz

    2   Repha GmbH Biologische Arzneimittel, Langenhagen, Deutschland
  • J Heilmann

    1   Universität Regensburg, Lehrstuhl für Pharmazeutische Biologie, Regensburg, Deutschland
 

Myrrhe ist das Gummiharz von Commiphora myrrha (NEES) ENGL. (Burseraceae) und wird seit Langem traditionell bei verschiedenen, u.a. entzündlichen Erkrankungen genutzt [1]. In Kombination mit Kamillenextrakt und Kaffeekohle ist ihr Einsatz bei Colitis ulcerosa etabliert [2]. Auf der Suche nach den wirksamkeitsmitbestimmenden Inhaltsstoffen wurden aus einem ethanolischen Extrakt Sesquiterpene verschiedener Strukturtypen durch Kombination unterschiedlicher chromatographischer Techniken isoliert. Die Strukturaufklärung erfolgte mittels NMR- und CD-Spektroskopie sowie HRESIMS-Analyse, wie in Teilen bereits beschrieben [3] [4].

Elf isolierte Sesquiterpene und die Referenzsubstanz Furanoeudesma-1,3-dien wurden auf ihre Beeinflussung der LPS-induzierten NO-Produktion der murinen Makrophagen-Zelllinie RAW264.7 getestet, welche mithilfe des Grieß-Reagenzes spektroskopisch quantifiziert wurde [5]. Die Zellviabilität wurde zuvor mittels MTT-Assays überprüft. Acht Verbindungen zeigten eine schwache, aber signifikante Hemmung auf bis zu 60% der NO-Produktion der Kontrolle in einem Konzentrationsbereich von 5–70 µM. Für die am stärksten wirksame Substanz, Furanoeudesma-1,3-dien, konnte ein IC50-Wert von 46,0 µM bestimmt werden ([Abb. 1]).

Zoom
Abb. 1  Struktur von Furanoeudesma-1,3-dien sowie dessen hemmende Wirkung auf die NO-Produktion von RAW264.7-Zellen im Grieß-Assay (IC50 = 46,0 µM). Der Test wurden in Hexaplikaten (n=3) durchgeführt (Mittelwert ± Standardfehler).

Innerhalb der eigenen Ergebnisse wurde als bedeutsam für die Struktur-Wirkungs-Beziehung das Vorliegen weiterer konjugierter Doppelbindungen – abgesehen von ungesättigten γ-Lactonringen – gefunden. Im Vergleich zu weiteren Isolaten mit bereits in der Literatur beschriebener Testung können aufgrund der festgestellten eingeschränkten Reproduzierbarkeit der Assay-Daten zwischen den Laboren keine weiteren Schlussfolgerungen gezogen werden. Die vorgestellten Moleküle sind wahrscheinlich Teil des Multi-Target-Wirkprinzips hinter der Effektivität von Myrrhe im klinischen Einsatz.



Publication History

Article published online:
14 June 2023

© 2023. Thieme. All rights reserved.

Georg Thieme Verlag
Rüdigerstraße 14, 70469 Stuttgart, Germany