Zeitschrift für Phytotherapie 2023; 44(S 01): S37-S38
DOI: 10.1055/s-0043-1769571
Abstracts
6. Young Researcher Workshop
Datum/Ort14.–15. Juni 2023, Klinikum Bamberg

Die komplexe Zusammensetzung des Fichtenbalsams – chromatographische Herausforderungen bei der Qualitätskontrolle

Authors

  • E Eichenauer

    1   Universität Wien, Department für pharmazeutische Wissenschaften, Division für Pharmakognosie, Wien, Österreich
    2   Universität Wien, Doctoral School PhaNuSpo, Wien, Österreich
  • S Glasl-Tazreiter

    1   Universität Wien, Department für pharmazeutische Wissenschaften, Division für Pharmakognosie, Wien, Österreich
 

Der von der Gemeinen Fichte (Picea abies, Pinaceae) abgesonderte Balsam hat in der österreichischen Volksmedizin eine lange Tradition in der Behandlung von akuten, chronischen und infizierten Wunden. Traditionell wird der Balsam in ein Leinentuch gewickelt in heißem Wasser ausgekocht, um reizendes ätherisches Öl und fremde Bestandteile wie Nadeln und Insekten zu entfernen. Der ausgekochte Balsam wird anschließend mit Schweineschmalz zu einer homogenen Salbe verarbeitet. Seit 2019 beinhaltet das Österreichische Arzneibuch eine Monografie für die Herstellung einer solchen Fichtenbalsam-Salbe [1] [2]. Die komplexe Zusammensetzung des Balsams war Gegenstand jüngster Untersuchungen, bei denen verschiedene Inhaltsstoffklassen identifiziert und die Wirkung einzelner Komponenten auf Keratinozyten überprüft wurden. Hydroxyzimtsäuren, wie p-Cumarsäure oder Ferulasäure, das Lignan Pinoresinol, und verschiedene hydroxylierte und nicht-hydroxylierte Diterpen-Harzsäuren sind an dem wundheilungsfördernden Effekt beteiligt [3].

Die enthaltenen Substanzklassen variieren stark in ihrer Polarität, was die Erstellung einer Methode zur Detektion aller Inhaltsstoffe erschwert. Eine HPLC-PDA-Methode wurde etabliert, die es ermöglicht, die o.g. Substanzen zu erfassen und mittels internem Standard zu quantifizieren. Diese Methode wurde im qualitativen Maßstab eingesetzt zur Ermittlung des Permeationsverhaltens der Inhaltsstoffe nach Ex-vivo-Diffusionsstudien. Die quantitative Analyse der Substanzen in verschiedenen Fichtenbalsam-Proben zeigte erstmals die starken Variationen in der Zusammensetzung der Balsame je nach Standort der jeweiligen Fichte. Dies unterstreicht die immense Bedeutung solcher chromatographischen Methoden für die Qualitätskontrolle.

Danksagung Wir danken Dr. Victoria Klang für die Durchführung der Permeationsstudien.



Publication History

Article published online:
14 June 2023

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