Zeitschrift für Phytotherapie 2023; 44(S 01): S39-S40
DOI: 10.1055/s-0043-1769575
Abstracts
6. Young Researcher Workshop
Datum/Ort14.–15. Juni 2023, Klinikum Bamberg

Matrixscreening auf antibakterielle Eigenschaften von Gypsophila elegans M. Bieb., Saponaria officinalis L. und Agrostemma githago L.

Authors

  • A Sonntag

    1   Freie Universität Berlin, Institut für Pharmazie, Berlin, Deutschland
  • A Wenig

    1   Freie Universität Berlin, Institut für Pharmazie, Berlin, Deutschland
  • M F Melzig

    1   Freie Universität Berlin, Institut für Pharmazie, Berlin, Deutschland
 

Aufgrund des exzessiven Antibiotikaeinsatzes sowohl in der Humanmedizin als auch in der Massentierhaltung, ist ein besorgniserregender Anstieg von Infektionen mit Antibiotika-resistenten Bakterien zu beobachten, die nicht auf die Standardtherapie ansprechen. Zunehmend entwickeln diese Stämme auch gegen Reserveantibiotika Resistenzen, was eine dramatische Bedrohung der öffentlichen Gesundheit darstellt [1]. Trotz erheblicher Anstrengungen neue Wirkstoffe auf den Markt zu bringen, wurde die letzte neue Antibiotikaklasse (zyklische Lipopeptide – Daptomycin) in den 1980er-Jahren entwickelt. Dies verdeutlicht die Notwendigkeit, mithilfe etablierter Methoden bisher unerforschte biologische Ressourcen zu untersuchen [2].

Zu diesem Zweck wurden 4 Keime aus der 2016 veröffentlichten Pathogen-Prioritätenliste der WHO ausgewählt (WHO-Kritisch / gramnegativ: Pseudomonas aeruginosa und Klepsiealla pneumoniae; WHO-Hoch / grampositiv: Enterococcus feacium und Staphylococcus aureus) und mit mehreren Pflanzenextrakten von Vertretern der in diesem Aspekt bisher unerforschten Caryophyllaceae, ein Screening auf antibakterielle Aktivität mittels Mikrodilutionsverfahren durchgeführt. Die Testextrakte wurden sowohl wässrig (pH 3, 7, 10) als auch mit Methanol, Ethylacetat und Diethylether extrahiert. Von Saponaria officinalis L. (traditionelles Expektorans – Triterpensaponine [3]) standen die Wurzeln und das Kraut, von Gypsophila elegans M. Bieb. (TCM: Hepatoprotektivum – Flavonoide [4]) zusätzlich die Samen und von Agrostemma githago L. (klassische Giftpflanze / neue Anwendung als Transfektionsverstärker – Triterpensaponine / RIPs [5]) nur die Samen zur Verfügung.

Das Screening hat gezeigt, dass insbesondere die sauren Auszüge der Wurzeln sowie die lipophilen Extrakte der Seifenwurzel antibakterielle Eigenschaften gegenüber Erregern der WHO-Prioritätsliste aufweisen. Als mögliche Kandidaten sollen diese im Verfahren der Bio-Assay-Guided-Isolation durch HPLC und SEC aufgereinigt werden.



Publication History

Article published online:
14 June 2023

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