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DOI: 10.1055/s-0043-1769577
Einfluss lebensmittelausgelöster und bestehender Darmbarrierestörungen bei chronischen Darmerkrankungen
Authors
Akkumulierende präklinische und klinische Daten weisen auf die wichtige Rolle einer Darmbarrierestörung als auch der Ernährung in der Pathologie bei chronischen Darmerkrankungen hin. Zu diesen gehören Morbus Crohn (MC), Colitis ulcerosa (CU) und das Reizdarmsyndrom (RDS). Fritscher-Ravens et al. konnten in zwei ersten klinischen Studien bei Reizdarm-PatientInnen zeigen, dass Nahrungsmittel eine Darmbarrierestörung auslösen können [1] [2].
Ziel dieser Studie ist, die Untersuchung zu Prävalenz und Einfluss bestehender und nahrungsmittelbedingter Darmbarrierestörung bei Reizdarmsyndrom auf chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) auszuweiten ([Abb. 1]).


Die Integrität der Darmbarriere wird während der Duodenoskopie mittels konfokaler Laserendomikroskopie (cLE) bei PatientInnen mit chronischen Darmerkrankungen untersucht, die weder makroskopische Anzeichen einer Entzündung im oberen GI-Trakt noch IgE-vermittelte Nahrungsmittelallergien aufweisen. Im Duodenum wird zunächst auf eine primäre Darmbarrierestörung (1°cLE+) durch spontanen Austritt von Fluorescein (i.v. Kontrastmittel) in das Darmlumen untersucht. Nach Ausschluss einer 1°cLE+ wird auf eine mögliche nahrungsmittelbedingte sekundäre Darmbarrierestörung (2°cLE+) durch lokale Verabreichung der 5 häufigsten Nahrungsmittelallergene (Eiweiß; Soja; Milch; Hefe; Weizen) nach einem standardisierten Protokoll [1] getestet. Unmittelbar nach der cLE werden Duodenalbiopsien für die histopathologische Auswertung entnommen. Im Rahmen der Evaluation des klinischen Outcomes werden die Krankheitsaktivität, Symptomatik, krankheitsspezifische und allgemeine Lebensqualität sowie das psychische Wohlbefinden mittels validierter klinischer Fragebögen erhoben. Entzündungs- und Darmbarrieremarker werden in Blut- und Stuhlproben untersucht.
Gemeinschaftlich soll so der Zusammenhang und die Bedeutung einer bestehenden und nahrungsmittelbedingten Darmbarrierestörung zu klinischen Outcomes und diagnostischen Markern bei CED und Reizdarmsyndrom überprüft werden.
Publication History
Article published online:
14 June 2023
© 2023. Thieme. All rights reserved.
Georg Thieme Verlag
Rüdigerstraße 14, 70469 Stuttgart, Germany
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Literatur
- 1 Fritscher-Ravens A. et al. J Gastro 2014; 147: 1012-1020
- 2 Fritscher-Ravens A. et al. J Gastro 2019; 157: 109-118